Unser Oberfranken

Pakete voller Probleme

Eine Gerichtsreportage im Stil von Jakob Augstein

Irgendwie ging alles ganz schnell. „Nachgedacht habe ich erst später“, sagt Lena B.* Später – als der Nachbar die Polizei schon längst verständigt hatte und die Pakete schon in der Wohnung von Lena B. und Patrick W.* lagen. „Das war alles ziemlich dumm“, sagt Patrick W. Er blickt zu Boden, den Arm hat er um seine Freundin gelegt. Wenn er redet, klingt seine Stimme ruhig und vernünftig. Man sieht ihm an, dass ihm das alles zu viel wurde. Es waren die Schulden, die das junge Pärchen zu Straftätern machten. Das weiß auch die Richterin. Immer wieder nickt sie verständnisvoll, wenn die beiden Angeklagten erzählen. „Wir haben viel zu übertrieben gelebt“, sagt Lena B. Und auch ihr Freund gibt das zu: „Mit Geld konnten wir einfach nicht umgehen.“ Zu den Mietschulden kamen immer mehr unbezahlte Rechnungen, aus den Rechnungen wurden Mahnungen. Ihre Post öffneten die beiden irgendwann gar nicht mehr. „Vor den Problemen weglaufen“ nennt Patrick W. das. „Völlig dumm“, sagt seine Freundin, „aber wir waren wirklich verzweifelt.“ Die Richterin versteht das. „Und dann sind Sie auf dumme Gedanken gekommen“, sagt sie. Lena B. und Patrick W. sitzen noch immer eng umschlungen auf der Anklagebank. Sie sind jung, er Mitte 20, sie erst seit wenigen Jahren volljährig. Ruhig erzählen sie von Lena B.s Job als Postbotin. Von der Idee, Pakete verschwinden zu lassen und sie zu Geld zu machen. Und von dem Tag, an dem aus dieser Idee eine Straftat wurde.

Es passierte ganz schnell. Lena B. war als Postbotin unterwegs. In ihrem eigenen Haus stellte sie fünf Pakete im Flur ab. Fünf Pakete für fünf verschiedene Menschen, die nicht im Haus wohnten. Pakete, die Lena B. eigentlich ausliefern sollte. Stattdessen nahm sie Patrick W. an sich, schaffte die Päckchen vom Flur in die gemeinsame Wohnung. Fast 200 Euro war ihre Beute wert. „Aber ich wusste, dass das alles falsch war. ich wollte die Pakete wieder zurückbringen und am nächsten Tag ausliefern“, beteuert Lena B. Sie macht den Eindruck, wirklich alles zu bereuen, sieht die Richterin mit einem verzweifelten Blick an. Die scheint ihr zu glauben und nickt wieder. Lena B. senkt den Kopf und sagt dann: „Aber so weit kam es ja dann nicht.“ Denn ihre Tat flog sehr schnell auf: Ein Nachbar hatte alles beobachtet und die Polizei gerufen. Als der Nachbar vor Gericht erscheint, wird Patrick W. unruhiger. Seine Freundin sieht ihn immer wieder prüfend an. Sie scheint Angst zu haben, dass er die Fassung verliert – denn das würde ihr Urteil negativ beeinflussen. Auch der Richterin fällt der plötzliche Wandel auf. Sie scheint sich davon aber nicht beeinflussen zu lassen, richtet ihren Blick wieder auf den Zeugen. Der Nachbar beginnt mit seiner Schilderung, Patrick W. bleibt gelassen. Auch als der Nachbar erste vorwurfsvolle Blicke nach hinten zur Anklagebank wirft, kann Patrick W. sich noch zurückhalten. Lena B. wirkt angespannt, sieht ihren Freund immer wieder an. Der beißt sich auf die Lippen und schweigt. „Ich kann es nicht fassen, welche Nachbarschaft man hier heutzutage hat“, schimpft der Nachbar. Als das Wort „Drogen“ fällt und der Nachbar von „asozial“ und „aggressiv“ spricht, verliert Patrick W. die Beherrschung. Er schreit den Nachbarn an. Seine Freundin fleht ihn an, leise zu sein. Der Nachbar fühlt sich in seiner Sache bestätigt und zeigt auf Patrick W. Die Richterin wird lauter: „Herr W., machen Sie jetzt nicht alles wieder kaputt!“ Patrick W. schweigt. Seine Freundin und die Richterin atmen erleichtert auf, der Nachbar lehnt sich in seinem Stuhl zurück und versucht, ein Grinsen zu unterdrücken. Die Richterin sieht Patrick W. an. „Sie haben bei mir schon einige Pluspunkte gesammelt durch Ihr positives Verhalten“, sagt sie dann, „also reißen Sie sich bitte jetzt auch noch zusammen.“ Patrick W. nickt.

Als der Nachbar den Raum verlässt, verschwindet mit ihm auch die Anspannung. Im Gerichtssaal kehrt wieder Ruhe ein. Sie haben aus ihren Fehlern gelernt, beteuern die Angeklagten. Dank neuer Jobs verdienen beide nun besser. Eine Freundin hilft, Rechnungen und Briefe zu sortieren und abzuarbeiten. Die Richterin nickt zufrieden. Die Schulden werden weniger, sagt Patrick W. „Jetzt möchten wir mit dieser Aktion abschließen und vernünftiger werden“, bestätigt Lena B. Sie wird wegen Unterschlagung und wegen Verletzung des Briefgeheimnisses zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen verurteilt. Sie nickt, nimmt das Urteil hin. Als die Staatsanwältin das Plädoyer für Patrick W. vorliest, gerät der in Panik. Die Staatsanwältin ist jung und zielstrebig. Die Worte der Reue beeindruckten sie wenig. Sie richtet sich nach den Fakten, zählt Patrick W.s Vorstrafen auf – und diese Liste ist lang. „Das sind alles Vermögensdelikte. Genau wie dieses Verbrechen auch“, sagt sie. Chancen auf Besserung sieht sie nicht. Sie richtet ihren Blick wieder auf ihre Unterlagen und liest. Das Wort „Freiheitsstrafe“ fällt. Patrick W. wird panisch. Er will nicht ins Gefängnis, fleht die Richterin an. Die will ihn beruhigen: „Die Freiheitsstrafe ist auf Bewährung. Sie müssen nicht ins Gefängnis – zumindest solange Sie sich jetzt nichts mehr zu Schulden kommen lassen.“ Patrick W. bricht in Tränen aus: „Aber in nächster Zeit kommt noch ein Verfahren auf mich zu!“ Der jungen Staatsanwältin mit dem Pokerface entgleiten die Gesichtszüge. „Das wusste ich nicht“, murmelt sie. Auch die Richterin wusste davon nichts. Doch schlussendlich entscheidet sie sich genauso wie die Staatsanwältin: Patrick W. erhält eine Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung. „Das Verfahren, das da noch auf die zukommt, wird von diesem Urteil nicht beeinflusst“, erklärt ihm die Richterin. Denn zum Zeitpunkt, als Patrick W. die zweite Straftat beging, hatte er ja noch keine Bewährungsstrafe. Patrick W. atmet erleichtert auf, seine Freundin nimmt seine Hand. „Aber ab jetzt gilt die Bewährung!“ mahnt die Richterin. Patrick W. nickt. Bevor Lena B. und er den Saal verlassen können, sieht die Richterin die beiden noch einmal prüfend an. Sie steht auf und sagt: „So, jetzt werden Sie mal erwachsen und kriegen Ihr Leben auf die Reihe!“

* Die Namen der Angeklagten wurden von der Redaktion geändert.

Posted by Marina Richtmann in Marina Richtmann, Panorama, Unser Oberfranken
Schwarzwald-„Tatort“ ohne Mord

Schwarzwald-„Tatort“ ohne Mord

Tatort – „Für immer und dich“ – Sonntag, 10.03.2019, ARD

Ein junger Mann stirbt, schon ziemlich am Anfang. Bei einem Unfall mit unterlassener Hilfeleistung. Ein Hund wird getötet, unnötig brutal. Eine verbotene sexuelle Beziehung mit strafrechtlicher Relevanz spielt eine große Rolle. Ein typischer „Tatort“ – auch ohne richtigen Mord?

Ein älterer Mann und ein junges Mädchen sind im Auto unterwegs. Es ist Hochsommer, heiß, beide sind nur leicht bekleidet. Auf den ersten Blick Vater und Tochter. Auf den zweiten Blick: Zweifel daran. Ihr tropft Eis aufs Bein, er streicht mit dem Finger darüber und leckt es ab. Sexuelle Spannung entsteht. Sind die beiden ein Paar?

Ein Jugendlicher klaut den Beiden bei einem Stopp mit dem Hund (der eine wichtige Rolle spielt) die Laptoptasche aus dem Wagen. Der Mann springt ins Auto und verfolgt den Dieb auf der kurvigen Straße. Kurze Zeit später hat er zwar die Tasche wieder – der Dieb und sein Moped liegen im Abgrund. Hier kommt die Polizei ins Spiel. Unfallflucht und Tod durch unterlassene Hilfeleistung. Am Ort des Geschehens bleibt nur ein Außenspiegel zurück.

Auftritt der Ermittler des Schwarzwald-„Tatorts“: Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) übernimmt die Ermittlungen, seine Kollegin Franziska Tobler (Eva Löbau) kümmert sich parallel um den schon seit zwei Jahren offenen Fall der verschwundenen Emily Arnold. Deren Mutter glaubt, ihre Tochter lebend gesehen zu haben. Als der Unfallwagen in Bergs Fall aufgespürt wird, findet sich darin DNA von Emily Arnold. Die Ermittlungen laufen zusammen.

Die beiden Protagonisten – Andreas Lust als Martin Nussbaum und Meira Durand als Emily – können überzeugen, die Polizisten bleiben blass, unwichtig für den Fortgang der Handlung. Sie sind dabei, um den Titel „Tatort“ zu rechtfertigen.

Die Darstellerin der Emily muss eine schauspielerische Glanzleistung vollbringen, um ihre ambivalente Rolle als Teenager und Geliebte glaubhaft darzustellen. Das gelingt auch sehr oft. Der Österreicher Andreas Lust lässt den Zuschauer die Verzweiflung eines in die Enge getriebenen Menschen in aussichtsloser Lage beinahe körperlich spüren. Man hasst ihn für seine Taten, hat aber gleichzeitig Mitleid mit dem Loser, das nichts auf die Reihe bekommt und seine Mutter – nicht zum ersten Mal – um ihr Erspartes bringen will.

Die Frage nach einem „Warum“ stellt sich von Anfang an. Offen bleibt, warum Emily mit Martin gegangen ist. Ist sie eine Lolita, oder treibt sie ein Vaterkomplex an? Ist sie auf der Suche nach Sex oder nach einem Vater? Der Eigene ist früh gestorben. Freiwillig ist sie mit Martin mitgegangen. Auf der Suche wonach? Das bleibt offen. Sie hätte immer die Möglichkeit gehabt, zu gehen. Regisseurin Julia von Heinz sagt selbst, dass der Film keine Antworten auf diese Fragen hat. Enttäuschend.

Sex ist für Martin ein Bedürfnis. Für Emily ist es Mittel zum Zweck, aber eklig, zumindest jetzt. Sie wird zu alt für Martin. Er schenkt ihr Kinderunterwäsche zum Geburtstag. Sie wollte Kopfhörer oder eine Powerbank. Seine Liebe gehört ihr. Ihre Liebe gehört dem Hund. Den zerstört er. Sie entwickelt sich weiter, er nicht. Er bleibt auf der Stufe eines Pubertierenden stehen.

Kameramann Stefan Sommer kommt mit der Handkamera den Figuren sehr nah. Das fängt die emotionale Labilität beider Protagonisten und ihrer Abhängigkeit voneinander treffend ein. Der Film bewegt sich zwischen sengender Hitze am Tag und kühlen Szenen in der Nacht, gleichzeitig Abbild der emotionalen Zustände der Hauptfiguren des Films.

Rio Reiser liefert posthum Titel und Musik. Sein Song “Für immer und Dich” taucht nicht nur im Film auf, sondern ist auch Titel der „Tatort“-Folge. Für Regisseurin Julia von Heinz ist Rio Reisers Song eine “perfekte Symbiose aus Leichtigkeit, Wärme und tiefem Schmerz”.

Die Handlung wirkt oft konstruiert, damit es halt weitergeht. Alles ist vorhersehbar. Das Thema ist ein Aufreger, der „Tatort“ aber gefühlt kein Krimi. Eher der Versuch, einen der erfolgreichsten „Tatort“-Folgen von 1977 („Reifezeugnis“) in die heutige Zeit zu bringen. Das gelingt? Nicht!

Posted by Tanja Freiberger in Panorama, Tanja Freiberger, Unser Oberfranken
Oberfranken – Quiz

Oberfranken – Quiz

"Moggala"

  • dicker Mann
  • Mokka
  • Kalb

"Grischberla"

  • Kartoffelchip
  • dünner Mensch
  • Strohalm 

"Briddschn"

  • Bett/Liege
  • Peitsche
  • Miststück

"Fregger"

  • Lausbub
  • Leiche
  • Ersatzteil

"Bozellküh"

  • frisch geborenes Kalb
  • Kiefernzapfen
  • Zinnfigur

"G´raffel"

  • Karaffe
  • Raffrollo
  • Zeug

"Baa"

  • Ausruf des Ekels
  • Biene
  • Beine

"Babbn"

  • Aufkleber
  • Mund
  • Pappel

"Erbfl"

  • Männliche Ente
  • Apfel
  • Kartoffel

"Aamerla"

  • Eimer
  • Amerikaner
  • Marmelade

"Naacherla"

  • Nagel
  • Anfangsstück einer Salami
  • Getränkerest

Posted by Unser-Oberfranken.info in Unser Oberfranken
Fluchen auf Oberfränkisch

Fluchen auf Oberfränkisch

Dunner wedder nuch a mol!

Ob Wedderhex, Oarschgrabfn oder Daabala: Der oberfränkische Dialekt bietet vielfältige Möglichkeiten, sich auszulassen. Eine Umfrage nach dem Lieblingsschimpfwort der Kulmbacher bringt ein erstaunliches Ergebnis.

Denn offensichtlich sind die Kulmbacher ein gemütliches Volk. Die Befragten geben an, eher selten zu schimpfen. „Ist besser für's Herz“ und „Nee, eigentlich hab ich da echt keinen Grund dafür“ sind nur zwei Meinungen.

Wörter wie „Bridschn“ sind vor allem bei Frauen verpönt. Aber mit etwas gediegeneren Wörtern schimpft auch der Kulmbacher gern mal. Und so entsteht eine Top 3, nachzuhören im Podcast.

fränkische Schimpfwörter

Verschiedene Gründe

Erklärungen, warum Menschen schimpfen, sind vielfältig. Ein Verhaltensbiologe deutet Schimpfen als Drohverhalten. Durch das Schimpfen soll lautstark die eigene Stärke demonstriert und damit kämpferischen Auseinandersetzungen vorgebeugt werden.

Fränkische Schimpfwörter

Außerdem hilft Schimpfen, Schmerz auszuhalten. Die Zeit hat sich in einer Kolumne mit der Frage „Hilft schreien gegen Schmerz?“ auseinandergesetzt. Dabei ziehen sie ein Beispiel des britischen Psychologen Richard Stephens heran. Dieser rekrutierte Studenten, die ihre Hand in eiskaltes Wasser halten mussten. Das Ergebnis: Durften die Studenten fluchen, hielten sie doppelt so lange durch wie ohne Fluchen. Allerdings mahnt Stephens: Schimpft man dauernd, lässt diese Wirkung nach.

Posted by NadineSchobert in Panorama, Unser Oberfranken
Stärke an­trinken

Stärke an­trinken

Stärke antrinken ist ein alter Brauch, der am 5. oder 6. Januar stattfindet. So gibt es ihn nur in Oberfranken. Dabei trifft man sich in geselliger Runde zum Biertrinken. Mit jedem Bier, so sagt man, trinkt man sich mehr Stärke an. Stärke heißt in diesem Kontext Kraft oder auch Gesundheit. Wieviel Stärke, also wieviel Bier, jeder braucht, bleibt jedem selbst überlassen.

Heidnische Wurzeln

Oft bieten Gaststätten spezielles Starkbier an. Der 6. Januar ist auch als Hochneujahr oder Dreikönigstag bekannt. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass der Brauch des Stärke antrinkens in christlicher Tradition steht. Vielmehr wird er mit der heidnischen Vorstellung der Rauhnächte, in denen Geister und andere böse Mächte umgehen, in Verbindung gebracht. Der Brauch entstand im 18. oder frühen 19. Jahrhundert.

Sind aber alte Bräuche, wie das Stärke antrinken, überhaupt noch aktuell?

Bier
Posted by JessicaSiller in Genuss, Unser Oberfranken, 0 comments
Bratwurst-Tests in Oberfranken

Bratwurst-Tests in Oberfranken

Wenn man an oberfränkisches Brauchtum denkt, kommt den meisten Menschen sofort eine Sache in den Sinn: Die Bratwurst. In ihrer Vielfalt unübertroffen, ist sie in der Region der Wurstklassiker schlechthin.

Coburger Bratwurst

Ob zum Grillfest, zur Kerwa, ja sogar an Heiligabend – die Bratwurst darf bei einem echten Oberfranken nicht fehlen. Egal ob knackig braun, kurz angebraten oder  „blau“ im Sud: Die Bratwurst gehört auf den oberfränkischen Teller.

Bratwurst-Tests 

Unser Oberfranken hat sich den  Bratwurstmarkt der Region genauer angesehen. Und siehe da: Das Team von Unser Oberfranken ist von der Wurst-Vielfalt begeistert. Egal ob Kulmbacher, Coburger, Bamberger oder Hofer: Des bassd!

Posted by NadineSchobert in Genuss, Unser Oberfranken
Oberfränkische Küche

Oberfränkische Küche

Die oberfränkische Küche ist weit über die Grenzen des Freistaats Bayern hinaus bekannt. Insbesondere die unglaubliche Fülle an unterschiedlichen Spezialitäten der verschiedenen Regionen ist äußerst bemerkenswert. Viele Lebensmittel werden hier noch regional erzeugt und nach traditionellen Rezepten hergestellt. Die über 10.000 kleinen Familienbetriebe sind das Herzstück der oberfränkischen Küche, denn bei ihnen fängt alles an.

Ob Wurst, Käse, Spargel, Kartoffeln oder auch Fisch - die Oberfranken schätzen die regionale Erzeugung. Viele der traditionellen oberfränkischen Lebensmittel sind eng mit ihrer Geschichte verbunden. Auch Süßspeisen wie Pralinen, Lebkuchen, Krapfen oder Torten werden in Oberfranken in sorgfältiger Handarbeit hergestellt und als leckere Nachspeisen angeboten.

Brotzeitkultur in Oberfranken

Diese regionale Verbundenheit beginnt bei den Bratwürsten, manifestiert sich aber auch in den unzähligen Hausmacherwurstwaren, die den Grundstock für die Brotzeitkultur bilden. Diese Kultur zelebrieren die Oberfranken auch gerne an gemütlichen Sommertagen auf Bierkellern. Besonders beliebt sind hierbei Klassiker wie Ziebeleskäs, blaue Zipfel, Sülze, Zwetschgenbaames, kalter Braten oder Pressack. Ein Großteil der Wurstwaren wird in Oberfranken von Landwirten aus der Region hergestellt und direkt weiterverkauft. Das gilt auch für Käse, Brote und Konfitüre.

Vom Wirtshaus bis zur Sterneküche

Fernab der Brotzeit bietet Oberfranken viele weitere schmackhafte Spezialitäten. Besonders die deftigen Speisen erfreuen sich großer Beliebtheit. Neben knusprigen Schäuferla, Ente, Rinderbraten, Karpfen oder Sauerbraten, zählen auch ausgebackene Holunderblüten, Bierschaum, gesottene Ochsenbrust oder Schnitz zu den oberfränkischen Delikatessen.

Eine Besonderheit der oberfränkischen Küche ist die Schlachtschüssel, eine Platte mit Fleisch, Blut- und Leberwurst. Die Schlachtschüssel gibt es nur zu besonderen Anlässen. Häufig wird in der regionalen Presse darauf hingewiesen.

Köstlichkeiten gibt es in Oberfranken an jeder Ecke. Im urigen Wirtshaus. Auf dem Bierkeller. Im Bierzelt auf rauschenden Festen. Oder auch im Sternerestaurant.

Küchenmeister Sebastian Höhn in Aktion

Interview-Podcast

Wir haben im heimischen Hotel Brauerei Gasthof Höhn mit Küchenmeister und Brauer Sebastian Höhn aus Memmelsdorf über die oberfränkische Küche gesprochen:

Posted by LauraSchmidt in Genuss, Unser Oberfranken
Feueralarm statt Weihnachtsstimmung – LED-Kerze mit Feuerzeug angesteckt

Feueralarm statt Weihnachtsstimmung – LED-Kerze mit Feuerzeug angesteckt

Lkr. Wunsiedel – Vergangenen Mittwoch hat eine 78-Jährige einen Adventskranz angezündet und damit einen Feueralarm ausgelöst. Zum Glück kam die Seniorin mit einem Schock davon.

Hand mit Feuerzeug

Wie dem Polizeibericht zu entnehmen ist, hatte die Alte Dame sich gegen Abend offenbar vorgenommen, für etwas weihnachtliche Stimmung in ihrem Wohnheimszimmer zu sorgen. Was die Seniorin hierbei übersieht: Ihr Gesteck hat keine Wachskerzen, sondern LED-Lichter.

Feuer im Seniorenheim

Als es ihr endlich gelingt das Gesteck mit einem Einwegfeuerzeug anzuzünden, verbreitet sich ein beißender Rauch in ihrem Zimmer. Dieser löst den Feueralarm aus und alarmiert einen Pfleger. Geistesgegenwärtig entsorgt dieser den brennenden Kranz auf dem Zimmerbalkon und bringt die 78-Jährige zusammen mit einer Kollegin aus dem Zimmer.

Sowohl die alte Dame als auch die beiden Pflegekräfte mussten infolge dieses Abenteuers vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der materielle Schaden infolge des Brandes beziffert sich zum Glück lediglich auf etwa zehn Euro.

Posted by Andreas Wolfger in Andreas Wolfger, Panorama, Unser Oberfranken