Unser Oberfranken

Kletterpark Untreusee: Drei, zwei, eins, flieg!

Kletterpark Untreusee: Drei, zwei, eins, flieg!

 

 

 

Nervenkitzel pur – das verspricht der Kletterpark Untreusee. Für Linda ist es der erste Besuch in einem solchen Park. Wird es ihr gefallen? Und wie kommt es so weit, dass wir schlussendlich beide vom Personal „gerettet“ werden müssen?

Ganz schön hoch“, sagt Linda. Sie schaut nach oben, dann wieder zu mir. „Und da soll ich wirklich rauf?“ Ihre Stimme klingt leicht verunsichert. „Du musst nicht, wenn du nicht willst“, beruhige ich sie. „Aber du wirst sehen: Das macht echt Spaß!“ Linda wirkt noch etwas skeptisch. Sie ist zehn, kennt Kletterparks bis jetzt nur aus dem Internet und aus Werbeprospekten. Cool fand sie solche Parks da aber irgendwie schon immer. Deswegen sind wir jetzt am Untreusee bei Hof – zu Lindas erstem Klettergang. Während Linda noch die vielen Hindernisse über unseren Köpfen bestaunt, habe ich bereits gezahlt. „Kann ich direkt da rauf?“ fragt sie und zeigt auf den Parcour mit dem großen Kletternetz. Ich schüttle den Kopf. „Zuerst musst du hier rauf“ sage ich und deute auf den mit Abstand kürzesten und niedrigsten Parcour des Parks. Diese Schritte muss jeder Kletterer am Anfang durchlaufen: die Einweisung. Hier zeigt ein ausgebildeter Kletterer den Umgang mit Karabinerhaken, Sicherungsseilen und Parcour-Elementen.

Nachdem unsere Beine den Weg durch die dafür vorgesehenen Schlaufen im Klettergurt gefunden haben und alle Gurtschnallen festgezogen sind, stehen auch Linda und ich vor dem Einweisungs-Parcour. Ein circa 18-jähriger mit Klettergurt und rotem T-Shirt mit dem Logo des Parks erklärt uns kurz und knapp, wie wir uns beim Klettern verhalten müssen: Auf einer Plattform dürfen maximal zwei Personen stehen, die ausgeschilderten Wege dürfen nicht verlassen werden und, ganz wichtig: immer gesichert bleiben! Für unsre Sicherheit ist der Klettergurt um unsre Hüften zuständig. Daran steckt ein dreieckiges Metallteil, in einer Sicherungsschlaufe hängt ein Karabiner, in der anderen eine Seilrolle. Solange man sich im Parcour aufhält, muss immer mindestens eine dieser Sicherungen mit dem Hindernis verbunden sein. Linda hört interessiert zu. Als der junge Mann den Parcour vorklettert, verfolgen ihre Augen jede seiner Bewegungen genau.

Jetzt sind wir an der Reihe – wir müssen zeigen, dass wir die eben gelernte Theorie auch umsetzen können. Linda fängt an. Sie zieht den zu sich, der am ersten Hindernis befestigt ist. Sie hängt ihn in das Metalldreieck an ihrem Gurt und klettert geschickt die Leiter hinauf. Oben angekommen sichert sich Linda mit ihrem Karabiner an dem roten Band, das um den Baum herumführt. „Sehr gut, weiter so“, ruft ihr der Klettertrainer zu. Linda hangelt sich am Baum entlang zum nächsten Hindernis: eine Seilbahn. Hier kommt die Seilrolle zum Einsatz. Linda hängt sie ins Stahlseil. Dann löst sie ihren Karabiner vom roten Band, klippst ihn ebenfalls ins Stahlseil und hängt den Karabiner schließlich über sie Seilrolle. Einen kurzen Moment hält sie inne, wirkt etwas verunsichert. „Setz dich rein“, rufe ich ihr zu, „der Gurt hält dich!“ Irgendwie wirkt sie noch nicht ganz überzeugt. Aber sie vertraut ihrer Sicherung schlussendlich doch und lässt sich in den Klettergurt fallen. Er hält sie problemlos. Linda lacht. Jetzt, denke ich mir, hat sie ihre Scheu überwunden.

Und ich sollte recht behalten: Linda traut sich jetzt. Als wir beide die Einweisung problemlos durchlaufen haben, will sie direkt auf den roten Parcour mit der großen Kletterwand. Ich bremse sie: Wir sollten langsam anfangen. Langsam anfangen bedeutet „weiß“. Die verschiedenen Klettersteige sind mit Farben gekennzeichnet. Sie stehen am Beginn des Parcours auf kleinen Schildern. „Weiß“ und „blau“ sind die beiden einfachsten Parcours – sie sind für alle Kletterer freigegeben, die größer als 1,20 Meter sind. Wir wollen mit einen der beiden Parcours starten. Linda entscheidet sich für den weißen Parcour. Sie klettert voraus. Linda ist sportlich. Sie turnt gerne, ist gelenkig und geschickt. Das Klettern macht ihr Spaß. Ich merke aber schnell, dass sie der einfache Parcour nicht wirklich herausfordert. Also: auf zu Stufe zwei!

Acht Parcours und zwei Fun-Parcours mit insgesamt 111 Stationen stehen uns im Kletterpark Untreusee zur Auswahl. Linda dreht sich im Kreis und schaut dabei nach oben. „Schwarz!“ sagt sie dann irgendwann. Mein Blick wandert von ihr zur Parcour-Beschreibung und dann wieder zu ihr. „Parcours schwarz (schwierig!!!), Körpergröße ab 1,40 Meter“ steht auf dem Schild. Ich wollte ja weder an Lindas noch an meiner Stärke zweifeln, aber irgendwie war ich mir nicht ganz sicher, ob wir diesen Parcour schaffen würden. „Sicher?“ frage ich Linda. Sie nickt begeistert. „Ja gut“, sage ich mir, „wir haben gerade erst angefangen. Jetzt haben wir wenigstens noch Kraft.“

Linda klettert wieder voraus. Das erste Hindernis ist ein großes Netz, das steil nach oben führt. Für Linda kein Problem, für mich die erste Herausforderung des Tages. Als ich keuchend und mit schmerzenden Händen oben angekommen bin, ist Linda schon drei Hindernisse weiter. Ich seufze. Das kann ja lustig werden. „Kommst du?“ ruft Linda mir zu. Ehe ich antworten kann, hat sie sich schon wieder dem nächsten Hindernis zugewandt. Ich schüttle meine Hände und hänge meinen Karabiner in das rote Band um den Baum. Weiter geht´s! Neun Meter über dem Boden balancieren wir über Holzbretter, schwingen an Seilbahnen entlang und hangeln uns von einem wackelnden Steigbügel zum nächsten:

Als Linda auf einer Plattform Pause macht um auf mich zu warten, entdeckt sie eine der größten Attraktionen des Parks: die lange Seilbahn über den Untreusee. Damit ist klar, welcher Parcour unser nächster sein wird. „Guck mal, da müssen wir hin!“ ruft sie mir zu und zeigt auf die andre Seite des Sees, wo die Seilbahn endet. Ich kann ihrem Finger gerade nicht folgen – denn ich kämpfe gerade mit dem rollenden Baumstamm, der mich einfach nicht zu Linda auf die nächste Plattform lassen möchte. Mein Gleichgewicht war noch nie besonders gut. Dieses bewegliche Holz ist ein Gegner, der mir deutlich überlegen ist – ich gebe auf. Leicht genervt lasse ich mich in die Sicherung fallen und hangle mich mit Händen und Füßen zur nächsten Plattform. Als ich dort ankomme, ist Linda schon wieder weg. Der Ehrgeiz hat sie gepackt – jetzt geht´s so schnell wie möglich zum goldenen Parcour mit der Seeüberfahrt.

Das Ende des schwarzen Parcours ist für mich schon fast eine Erlösung. Ich klettere gerne, aber mit Lindas unfassbarem Tempo mitzuhalten war für mich schon fast eine Herausforderung. Irgendwie kann ich sie dazu überreden, eine kurze Pause zu machen. Wir setzen uns auf eine der Bänke inmitten des Kletterwaldes und trinken das Wasser, das wir mitgebracht hatten. „Und, wie gefällt´s dir?“ frage ich sie. Lindas Blick wandert von einem Kletterelement zum nächsten. Ihre blauen Augen strahlen. „Voll cool“, sagt sie dann und trinkt einen Schluck, „Ich will das auf jeden Fall nochmal machen!“ Ich grinse. Mit dieser Antwort hatte ich schon gerechnet. „Wir kommen hier auf jeden Fall nochmal her“, verspreche ich ihr. Linda trinkt noch einen letzten Schluck, dann verstaut sie die Flasche wieder im Rucksack. Während sie ihre blonden Haare noch einmal neu zu einem Pferdeschwanz bindet, springt sie schon auf und läuft zum goldenen Parcour – Seeüberfahrt, wir kommen!

Wir haben heute Gegenwind“, ruft uns einer der Klettertrainer zu und gibt Anweisungen, wie wir uns auf der Seilbahn verhalten sollen: Anlauf nehmen, springen, Beine nach oben ziehen, ruhig halten. Linda will wieder die Erste sein. Als sie die Rolle in das dicke Seil hängt, zittern ihre Hände. Sie schaut kurz nach unten. Für einen ganz kurzen Moment denke ich, der Mut verlässt sie. Aber ich weiß, dass Linda mutig und abenteuerlustig ist. Die Chance, über einen See zu fliegen, würde sie sich nicht entgehen lassen. „Wir sehen uns auf der andren Seite“, sagt sie zu mir. Dann zählt sie langsam von drei abwärts. Sie springt, ich schubse sie kräftig an. Meine Augen verfolgen ihren Flug ganz genau. Ein Windstoß weht mir eine Haarsträhne ins Gesicht. Ich bemerke, dass Linda langsamer wird. Zwei Drittel der Strecke hat sie bereits hinter sich gebracht. Jetzt rudert sie verzweifelt mit den Beinen. Der Wind hat sie ausgebremst – Linda steckt fest.

Einer der Klettertrainer hat Lindas Fahrt vom Boden aus beobachtet. Er hat schon lange vor mir gemerkt, dass die Kleine es nicht bis zur anderen Seite schafft. Er klettert zu mir nach oben, hängt Seilrolle und Karabiner ins Stahlseil und fährt Linda hinterher. In seiner rechten Hand hält er einen Klotz. Damit bremst er kurz vor Linda ab. Von der Startplattform aus sehe ich nicht genau, was sich dort über dem See abspielt. Es dauert jedenfalls nicht lange bis Linda wohlbehalten auf der anderen Seite des Sees angekommen ist. Jetzt bin ich an der Reihe. Der Wind bläst. Ich warte ab. Wenn ich die Augen zusammenkneife, erkenne ich, dass Linda mir zuwinkt. Der Wind beruhigt sich. Ich hole Anlauf und springe. Von hier oben ist die Aussicht grandios. Ich erkenne den großen Spielplatz am Ufer, den Bootssteg, das riesige Holzlabyrinth.

Doch der atemberaubende Flug ist schneller zu Ende als mir lieb ist: eine Windböe kommt. Nur noch ein Meter bis zum Ziel. Sie bremst mich gnadenlos aus – auch ich hänge fest. Der junge Mann im roten T-Shirt, der gerade eben schon Linda zur anderen Plattform gezogen hatte, hängt seine Sicherung wieder ins dicke Stahlseil. Er kommt auf mich zu, hält mich mit seinen Beinen fest und hangelt sich zur Plattform. Ich bedanke mich bei ihm. Linda ist schon wieder weitergeklettert. „Passiert das oft, dass jemand auf der Seilbahn steckenbleibt?“ frage ich unseren „Retter“. Der schüttelt mit dem Kopf. „Eigentlich nur sehr selten“, sagt er dann. „Nur wenn der Wind so stark weht wie heute.“ Wir klettern weiter. Auch wenn Linda und ich die Seeüberfahrt toll fanden – eine Fahrt genügt uns für den heutigen Tag völlig.

Unsere Kräfte schwinden langsam aber sicher. Aber irgendwie brauchen wir doch noch einen kleinen Nervenkitzel, beschließen wir. Neben den acht Parcours in verschiedenen Schwierigkeitsstufen gibt es noch zwei Fun-Parcours. Die haben es uns irgendwie angetan. Beide sind anstrengend – zu anstrengend, um sie nacheinander auszuprobieren. Also teilen wir uns auf. Linda entscheidet sich für „ring the bell“: Wer die Spitze des elf Meter hohen Knotenseils erreicht und die oben befestigte Glocke läutet, erhält zur Belohnung einen Schokoriegel. Das wurde uns zumindest bei der Einführung gesagt. Linda probiert ihr Glück. Sie ist flink. „Kein Problem für sie“, denke ich. Doch bei der Hälfte fängt sie an zu keuchen. Irgendwann muss sie dann kapitulieren.

Jetzt bin ich dran: „jump and run“ erwartet mich. Die neun Meter hohe, sehr schmale Strickleiter kostet mich meine letzten Kräfte. Als ich oben angekommen bin, muss ich mich erst einmal setzen. Die Verschnaufpause nutze ich dafür, mir meine bevorstehende Aufgabe anzusehen: Von meiner Plattform aus soll ich mit viel Schwung abspringen und dann auf der gegenüberliegenden Plattform landen. Ich nehme Anlauf und springe – ins Leere. Mein Sprung war nicht weit genug, ich fliege an der Plattform vorbei. Die Sicherung lässt mich sanft zu Boden gleiten. Linda lacht. „Wir haben´s beide nicht geschafft“, lacht sie. Ich schüttle meine Hände aus. „Feierabend“, keuche ich, „Ich bin total kaputt!“

Den Abend verbringen Linda und ich am schönen Untreusee. Die Sonne ist warm, der frische Wind sorgt aber für eine angenehme Temperatur. Linda zieht die Schuhe aus und hält die Füße ins Wasser. „Voll schön hier“, sagt sie. Ihre Augen verfolgen einen Kletterer, der gerade die Seeüberfahrt überquert. Er kommt am andren Ende an. Auf dem Spielplatz hinter uns schreien Kinder, über den Untreusee schwimmt ein kleines Boot. Wir sitzen auf einem Stein am Wasser und genießen die warmen Sonnenstrahlen. Keiner von uns sagt ein Wort. Wir hören den Wellen zu, den Menschen um uns herum, dem leisen Surren der Kletterer, die über den See fliegen. „Wir sollten hier öfter herkommen“, unterbricht Linda die Stille, „Das nächste Mal nehme ich meine Freunde mit!“

Posted by Marina Richtmann in Freizeit, Marina Richtmann, Unser Oberfranken
Vegan – vielseitig und lecker

Vegan – vielseitig und lecker

Vegane Ernährung liegt voll im Trend. Es schmeckt nicht nur gut, es ist auch gesund.

In Deutschland leben rund sechs Millionen Vegetarier. Fast jeder Zehnte davon ernährt sich vegan, verzichtet also auf jegliche Produkte vom Tier. Doch ist eine rein pflanzliche Kost auch gesünder?

Wissenschaftliche Studien haben belegt: wer sich vegan ernährt, wird nicht so schnell krank und lebt auch noch länger.

Doch Vorsicht –  wer sich vegan ernährt, muss seine Nahrung sorgfältig aussuchen und sich vielseitig ernähren. Obst und Gemüse, aber auch Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Nüsse, Samen und pflanzliche Öle dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Essen gehen ist nicht immer einfach. Aber auch in Kulmbach ist es möglich. Das „Patchwork“ bietet leckeres veganes Essen an – und nicht nur das. Auf der Speisekarte stehen auch Gerichte mit Fleisch. So findet jeder etwas zu Essen, unabhängig von seinen Ernährungsgewohnheiten.

Posted by Tanja Freiberger in Essen und Trinken, Tanja Freiberger, Unser Oberfranken
„Timmi“ – Hier spielt die Musik

„Timmi“ – Hier spielt die Musik

 

 

Wenn in Kulmbach Musik erklingt, dann ist er meistens nicht weit: „Timmi“. Er spielt in vielen Gruppen, stand schon auf vielen Bühnen und leitet in Kulmbach eine Musikschule. Doch wer verbirgt sich hinter diesem Spitznamen?

Posted by Marina Richtmann in Freizeit, Marina Richtmann, Unser Oberfranken
Sandstein, Zinn und Stadtgeschichte

Sandstein, Zinn und Stadtgeschichte

Wer nach Kulmbach kommt, kann sie nicht übersehen: Die Plassenburg. Die beeindruckende Sehenswürdigkeit hat eine vielseitige Geschichte hinter sich und bietet den Besuchern weit mehr als nur eine beeindruckende Aussicht:

Posted by Marina Richtmann in Marina Richtmann, Orte, Unser Oberfranken
„Patchwork“

„Patchwork“

Bunt, vielseitig und lecker –

Das „Patchwork“ in Kulmbach

Bunte Muster und Schilder mit frechen Sprüchen an den Wänden, liebevolle Dekorationen und frische Blumen auf den Tischen – das „Patchwork“ in Kulmbach ist bunt, vielfältig – und außergewöhnlich. Nicht nur seine Einrichtung macht das Restaurant besonders, sondern auch die Gerichte, die hier serviert werden. Wer einen Blick in die Speisekarte wirft, der findet viele verschiedene Speisen: für Fleischesser, Vegetarier und Veganer.

Britta Weschenfelder eröffnete das Lokal 2016 gemeinsam mit ihrem Mann Oliver. Köchin Claudia Vonbrunn vervollständigt das „Patchwork“-Team. Wie das „Patchwork“ zu seinem Namen kam und was sie hier in den vergangenen Jahren erlebt hat, erzählt Britta Weschenfelder:

Von Vorspeisen über Suppen und kleinen Gerichten bis hin zu Burgern – die Speisekarte des „Patchworks“ ist bunt gemischt. Speisen aus den verschiedenste Kulturen und immer wieder besondere Spezialitäten finden hier ihren Platz. Und auch die süße Nachspeise kommt nicht zu kurz. Zu den Gerichten bietet das „Patchwork“ auch selbstgemachte Limonaden, fränkisches Bier und bunte Cocktails an.

SpeisekarteSpeisekarteSpeisekarteSpeisekarte

Mittags bietet das „Patchwork“ von Dienstag bis Freitag ein wechselndes, schnelles Mittagessen, ein sogenanntes „Quick Lunch“ an.

Die leckeren Speisen des „Patchworks“ und weitere aktuelle Informationen finden sich auch auf Facebook:

Syrischer Teller -vegan-• Humus• marinierter Blumenkohl mit Paprika• Weinblätter gefüllt mit Reis & Walnüssen dazu Knobi Fladenbrot

Gepostet von Patchwork am Dienstag, 9. Juli 2019

Haben Sie Lust auf leckeres (veganes) Essen?

Öffnungszeiten des „Patchwork“

Dienstag bis Freitag von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Dienstag bis Freitag ab 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag ab 17:00 Uhr
Montag Ruhetag

Das Patchwork im Internet: http://www.patchwork-kulmbach.de/

Sind Sie Veganer, Vegetarier oder essen Sie alles? Stimmen Sie hier mit ab:

Posted by Tanja Freiberger in Essen und Trinken, Tanja Freiberger, Unser Oberfranken
Der Rote Turm – Wahrzeichen neben der Plassenburg

Der Rote Turm – Wahrzeichen neben der Plassenburg

Jetzt erstrahlt er wieder in neuer Pracht.

Neben der Plassenburg ist der Rote Turm ein weiteres Wahrzeichen von Kulmbach. Er zählt zu den ältesten Bauwerken der Stadt und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

Nach einer umfangreichen Sanierung ist der Rote Turm wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Rahmen der Stadtführungen kann er jetzt wieder besichtigt werden.

Posted by Tanja Freiberger in Orte, Tanja Freiberger, Unser Oberfranken
Weithin sichtbar und absolut sehenswert: die Plassenburg

Weithin sichtbar und absolut sehenswert: die Plassenburg

Ungeahnte Schätze in Kulmbach

Die imposante Plassenburg ist ein Wahrzeichen Kulmbachs. Eine Besichtigung der Festung lohnt sich immer – nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische.

Hier sind spannende Informationen zur Geschichte der Burg, der Stadt und der Region zu erleben. Die Burg beherbergt vier Museen mit abwechslungsreichen Sammlungen: das Landschaftsmuseum Obermain mit wechselnden Sonderausstellungen, das Deutsche Zinnfigurenmuseum, das Museum Hohenzollern und das Armeemuseum,

In den Museen der Plassenburg finden sich manch außergewöhnliche Schätze.

Posted by Tanja Freiberger in Freizeit, Orte, Tanja Freiberger, Unser Oberfranken
Nächtliche Prügelei mit Folgen

Nächtliche Prügelei mit Folgen

War es vorsätzliche Körperverletzung oder Notwehr?

Was genau ist in der Nacht zum 28. November 2018 vor der Spielothek in der Albert-Ruckdäschel-Straße geschehen? Davon wurden bei der Verhandlung vor dem Kulmbacher Amtsgericht unterschiedliche Versionen erzählt. Fakt ist: es kam zu einer Schlägerei. Der Auslöser war banal. Der Roller der Zeugin N., Angestellte der Spielothek und Freundin des Angeklagten, wurde eingeparkt. Gleich zwei Mal im Laufe des Abends, beide Male vom Geschädigten J. und seinem Kumpel A. Die Zeugin war wütend und wollte die Angelegenheit mit den beiden jungen Männern klären. Leider ohne Erfolg. Sie lief zurück in die Spielhalle zum Angeklagten.

Offen blieb, ob die beiden Männer den Angeklagten direkt aufforderten, zu ihnen herauszukommen oder ob sie über die Zeugin Drohungen an ihren Freund weitergeben ließen. Das Ergebnis: der Angeklagte stürmte aus der Spielothek, es kam zu hitzigen Diskussionen und schließlich zu einer Prügelei. Leidtragender war der Zeuge J., der dabei erheblich verletzt wurde (Nasenbeinbruch, Risswunde am Ohr etc.). Diese Verletzungen mussten später im Klinikum Kulmbach behandelt werden. Der muskulöse Angeklagte war dem eher schmächtigen Zeugen J. körperlich offensichtlich überlegen. Er selbst will bei der Auseinandersetzung auch verletzt worden sein. Seine Freundin meint, sich an ein blaues Auge erinnern zu können. Beim Arzt war der Angeklagte jedoch nicht.

Der Angeklagte schwieg bisher zu den Vorfällen

Vor Gericht schilderte der Angeklagte erstmals die Geschehnisse der fraglichen Nacht aus seiner Sicht. Der Zeuge J. habe ihn mit einer Bierflasche angegriffen und er habe deswegen in Notwehr gehandelt. Und so forderte er über seinen Anwalt Freispruch. Seine Version unterschied sich aber von den bisherigen Ermittlungen der Polizei. Der Angeklagte konnte auch nicht erklären, wieso er derartig brutal gegen den unterlegenen Zeugen J. vorging.

Die Frage nach der Bierflasche tauchte in der Zeugenvernehmung immer wieder auf. Die Zeugen J. und A. bestritten einen Angriff mit einer Bierflasche. Außer den beiden Zeugen und dem Angeklagten hat niemand die Schlägerei gesehen. Zumindest konnte kein Zeuge ermittelt werden, der die Version des Angeklagten bestätigte. Gegen den Angeklagten sprach auch, dass er – im Gegensatz zu den Zeugen – einschlägig vorbestraft ist.

Unzufrieden mit dem Verhandlungsverlauf

Zu Beginn präsentierte sich der Angeklagte noch sehr zurückhaltend. Im Laufe der zweistündigen Verhandlung verlor er zunehmend die Kontrolle über sich. Sein Anwalt konnte ihn kaum mehr zurückhalten.

Die Version des Tathergangs des Angeklagten konnten letztlich weder die junge Staatsanwältin noch die Richterin überzeugen. Bei der Urteilsverkündung widersprach der Angeklagte weiter der Richterin und musste mehrfach ermahnt werden. Verurteilt wurde er dann auch wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Haarscharf kam er noch einmal an einer Gefängnisstrafe vorbei. 4500 Euro (150 Tagessätze) muss er jetzt zahlen – und die Kosten des Verfahrens.

Posted by Tanja Freiberger in Panorama, Tanja Freiberger, Unser Oberfranken
Schwarzwald-„Tatort“ ohne Mord

Schwarzwald-„Tatort“ ohne Mord

Tatort – „Für immer und dich“ – Sonntag, 10.03.2019, ARD

Ein junger Mann stirbt, schon ziemlich am Anfang. Bei einem Unfall mit unterlassener Hilfeleistung. Ein Hund wird getötet, unnötig brutal. Eine verbotene sexuelle Beziehung mit strafrechtlicher Relevanz spielt eine große Rolle. Ein typischer „Tatort“ – auch ohne richtigen Mord?

Ein älterer Mann und ein junges Mädchen sind im Auto unterwegs. Es ist Hochsommer, heiß, beide sind nur leicht bekleidet. Auf den ersten Blick Vater und Tochter. Auf den zweiten Blick: Zweifel daran. Ihr tropft Eis aufs Bein, er streicht mit dem Finger darüber und leckt es ab. Sexuelle Spannung entsteht. Sind die beiden ein Paar?

Ein Jugendlicher klaut den Beiden bei einem Stopp mit dem Hund (der eine wichtige Rolle spielt) die Laptoptasche aus dem Wagen. Der Mann springt ins Auto und verfolgt den Dieb auf der kurvigen Straße. Kurze Zeit später hat er zwar die Tasche wieder – der Dieb und sein Moped liegen im Abgrund. Hier kommt die Polizei ins Spiel. Unfallflucht und Tod durch unterlassene Hilfeleistung. Am Ort des Geschehens bleibt nur ein Außenspiegel zurück.

Auftritt der Ermittler des Schwarzwald-„Tatorts“: Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) übernimmt die Ermittlungen, seine Kollegin Franziska Tobler (Eva Löbau) kümmert sich parallel um den schon seit zwei Jahren offenen Fall der verschwundenen Emily Arnold. Deren Mutter glaubt, ihre Tochter lebend gesehen zu haben. Als der Unfallwagen in Bergs Fall aufgespürt wird, findet sich darin DNA von Emily Arnold. Die Ermittlungen laufen zusammen.

Die beiden Protagonisten – Andreas Lust als Martin Nussbaum und Meira Durand als Emily – können überzeugen, die Polizisten bleiben blass, unwichtig für den Fortgang der Handlung. Sie sind dabei, um den Titel „Tatort“ zu rechtfertigen.

Die Darstellerin der Emily muss eine schauspielerische Glanzleistung vollbringen, um ihre ambivalente Rolle als Teenager und Geliebte glaubhaft darzustellen. Das gelingt auch sehr oft. Der Österreicher Andreas Lust lässt den Zuschauer die Verzweiflung eines in die Enge getriebenen Menschen in aussichtsloser Lage beinahe körperlich spüren. Man hasst ihn für seine Taten, hat aber gleichzeitig Mitleid mit dem Loser, das nichts auf die Reihe bekommt und seine Mutter – nicht zum ersten Mal – um ihr Erspartes bringen will.

Die Frage nach einem „Warum“ stellt sich von Anfang an. Offen bleibt, warum Emily mit Martin gegangen ist. Ist sie eine Lolita, oder treibt sie ein Vaterkomplex an? Ist sie auf der Suche nach Sex oder nach einem Vater? Der Eigene ist früh gestorben. Freiwillig ist sie mit Martin mitgegangen. Auf der Suche wonach? Das bleibt offen. Sie hätte immer die Möglichkeit gehabt, zu gehen. Regisseurin Julia von Heinz sagt selbst, dass der Film keine Antworten auf diese Fragen hat. Enttäuschend.

Sex ist für Martin ein Bedürfnis. Für Emily ist es Mittel zum Zweck, aber eklig, zumindest jetzt. Sie wird zu alt für Martin. Er schenkt ihr Kinderunterwäsche zum Geburtstag. Sie wollte Kopfhörer oder eine Powerbank. Seine Liebe gehört ihr. Ihre Liebe gehört dem Hund. Den zerstört er. Sie entwickelt sich weiter, er nicht. Er bleibt auf der Stufe eines Pubertierenden stehen.

Kameramann Stefan Sommer kommt mit der Handkamera den Figuren sehr nah. Das fängt die emotionale Labilität beider Protagonisten und ihrer Abhängigkeit voneinander treffend ein. Der Film bewegt sich zwischen sengender Hitze am Tag und kühlen Szenen in der Nacht, gleichzeitig Abbild der emotionalen Zustände der Hauptfiguren des Films.

Rio Reiser liefert posthum Titel und Musik. Sein Song “Für immer und Dich” taucht nicht nur im Film auf, sondern ist auch Titel der „Tatort“-Folge. Für Regisseurin Julia von Heinz ist Rio Reisers Song eine “perfekte Symbiose aus Leichtigkeit, Wärme und tiefem Schmerz”.

Die Handlung wirkt oft konstruiert, damit es halt weitergeht. Alles ist vorhersehbar. Das Thema ist ein Aufreger, der „Tatort“ aber gefühlt kein Krimi. Eher der Versuch, einen der erfolgreichsten „Tatort“-Folgen von 1977 („Reifezeugnis“) in die heutige Zeit zu bringen. Das gelingt? Nicht!

Posted by Tanja Freiberger in Panorama, Tanja Freiberger, Unser Oberfranken