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Mit 18 von Berlin nach Franken – und nun zurück?

Mit 18 von Berlin nach Franken – und nun zurück?

Heimat. Heimat ist mehr als ein Gefühl, Heimat ist ein Ort. Und dieser Ort muss nicht geografisch eingegrenzt sein. Es können die Freunde an diesem Ort sein, die Familie oder einfach nur Erinnerungen. Auch bestimmte Gerüche können uns an die Heimat erinnern. In der kalten, eher ungemütlichen Jahreszeit wird Heimat groß geschrieben. Jetzt zählen ein gemütliches Zuhause, Vorfreude auf den ersten Weihnachtsmarktbesuch und gesellige Abende mit Freunden. Doch was ist, wenn man noch jung ist und einen ungeplanten Ortswechsel hinter sich gebracht hat? Dann noch aus der Großstadt in eine kleine Stadt in Bayern. Von Berlin nach Kulmbach. Michelle Bürger kann genau davon ein Lied singen.

Michi, wie sie lieber genannt wird, ist gerade 19 geworden und mit ihrer Familie 2017 von Berlin nach Kulmbach gezogen. Mittlerweile wohnt sie allein. Bei einer Tasse Tee erzählt sie von ihrer Zeit in Berlin. Ihr Blick wird bei dem Wort Berlin immer noch ein Stück weit wehmütig und das bereits scheue Lächeln noch scheuer. Sie wollte ursprünglich in Berlin bleiben, bei ihren Freunden, in ihrem gewohnten Umfeld. Volljährig war sie ja bereits, sie hätte Berlin nicht verlassen müssen.
Michi wirkt auf den ersten Blick sehr sanft, zurückhaltend. Nichts weist sofort auf Berlin hin. Bei Berlin denkt man an eine laute, wuselige Großstadt. Alternativ und rund um die Uhr Trubel.

I´m not a girl, not yet a women

Erst, als Michi anfängt zu erzählen, hört man den Unterschied klar und deutlich. Astreines Hochdeutsch, gepaart mit etwas Berliner (Schnodder-)Schnauze und dem typisch flapsigen Teenager-Wortschatz. Britney Spears „I´m not a girl, not yet a women“ schießt mir plötzlich in den Sinn. Michi ist kein Kind mehr, aber dieser trotzige Ausdruck, wenn sie von den „Bayern” spricht, erinnert dann doch noch sehr an einen Teenie. Auch optisch passt sie mit den schwarzen Röhrenjeans, Sneakers und einem Oversize-Pulli mit Justin-Bieber-Aufdruck genau in ihre Generation.

Erst Umzüge innerhalb Berlins, plötzlich geht es nach Franken

Zögerlich erzählt sie, dass sie schon öfter im Leben mit ihrer Familie umziehen musste. Zwar immer innerhalb Berlins, aber jedes neue Stadtviertel bedeutete auch immer eine neue Schule. „Das war schon schwierig, aber als Kind findet man trotzdem leichter immer wieder Anschluss. Das war jetzt hier in Franken schon anders.“ In Berlin ist jedes Viertel eine eigene kleine Stadt, mit ganz eigenen Gewohnheiten und immer anderen Menschen. Kulmbach mit seinen 25.000 Einwohnern ist dagegen ein beschauliches, kleines Städtchen, in dem es sich gut leben lässt. Für die Jugend jedoch sei wenig geboten, so Michi. Der Entschluss, doch ihrer Familie zu folgen, sei ihr schwer gefallen. Über die genauen Gründe schweigt sie. Sie schweigt grundsätzlich sehr viel. Nicht, weil sie nichts zu erzählen hat, da bin ich mir sicher. Vielleicht haben die vielen Ortwechsel ihr zu schaffen gemacht. Oder sie hat sich jetzt doch an den Kulmbachern orientiert: „Offen sind die Leute hier wirklich nicht“, sagt sie. Aber sie habe sich mittlerweile daran gewöhnt, an Bayern, an Franken, an Kulmbach. Plötzlich wird Michi dann doch noch lebhaft. „Ich wollte anfangs überhaupt nicht nach Bayern, das war ein riesiges No Go! Nenene! Da will ich nicht hin!“ Auf die Frage, was sie vermisse, kommt als erstes der Freundeskreis. Bei genauerem Überlegen fehle ihr aber gar nicht so viel. Es sei mehr das Gefühl „plötzlich herausgerissen zu werden, gerade jetzt in der grauen Jahreszeit fällt das besonders auf“. In Gedanken versunken sieht man Rentner, wie sie versuchen, auf dem neu erbauten EKU-Kreisel in Kulmbach die Parkplatzauffahrt zu finden. Gar nicht so einfach, da sind wir beide uns einig. Ob wir damit nun die schwierige Parkplatz-Situation meinen, oder den Wechsel von Berlin nach Kulmbach bleibt ein wenig im Raum stehen.

Heimat ist mehr als nur ein Ort

Michi aber möchte erst einmal dann doch hier bleiben … Denn Franken ist eben „schon auch sehr schön und schön ruhig.“ Den Großstadt-Lärm vermisse sie nämlich überhaupt nicht. Franken hat viel zu bieten, landschaftlich und menschlich. Man muss nur erst einmal ankommen. Denn Brummeln können Franken genauso gut wie die Berliner. Und Heimat kann so viel mehr als nur ein Ort sein.

 

 

Posted by Judith Hobmaier in Judith Hobmaier, Panorama
Feueralarm statt Weihnachtsstimmung – LED-Kerze mit Feuerzeug angesteckt

Feueralarm statt Weihnachtsstimmung – LED-Kerze mit Feuerzeug angesteckt

Lkr. Wunsiedel – Vergangenen Mittwoch hat eine 78-Jährige einen Adventskranz angezündet und damit einen Feueralarm ausgelöst. Zum Glück kam die Seniorin mit einem Schock davon.

Hand mit Feuerzeug

Wie dem Polizeibericht zu entnehmen ist, hatte die Alte Dame sich gegen Abend offenbar vorgenommen, für etwas weihnachtliche Stimmung in ihrem Wohnheimszimmer zu sorgen. Was die Seniorin hierbei übersieht: Ihr Gesteck hat keine Wachskerzen, sondern LED-Lichter.

Feuer im Seniorenheim

Als es ihr endlich gelingt das Gesteck mit einem Einwegfeuerzeug anzuzünden, verbreitet sich ein beißender Rauch in ihrem Zimmer. Dieser löst den Feueralarm aus und alarmiert einen Pfleger. Geistesgegenwärtig entsorgt dieser den brennenden Kranz auf dem Zimmerbalkon und bringt die 78-Jährige zusammen mit einer Kollegin aus dem Zimmer.

Sowohl die alte Dame als auch die beiden Pflegekräfte mussten infolge dieses Abenteuers vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der materielle Schaden infolge des Brandes beziffert sich zum Glück lediglich auf etwa zehn Euro.

Posted by Andreas Wolfger in Andreas Wolfger, Panorama, Unser Oberfranken
Weihnachtsbaum verschwunden: Hat Hof einen Grinch?

Weihnachtsbaum verschwunden: Hat Hof einen Grinch?

Hof - In der Nacht zum vergangenen Sonntag hat sich in der Bismarkstraße ein Verbrechen ereignet, das nur zur Weihnachtszeit möglich ist: Unbekannte haben einen drei Meter hohen Christbaum entwendet.

Symbolbild Weihnachtsbaum

Der Baum zierte den Eingang eines Ladens für medizinische Geräte. Mit seinen roten Kugeln und goldenen Schleifen sollte er zur weihnachtlichen Stimmung in der Innenstadt beitragen. Das ist nun nicht mehr möglich.

Weihnachtsbaumklau wie im Kinderbuch?

Die Geschichte erinnert an einKinderbuch des amerikanischen Autors Theodor Seuss Geisel, in dem ein Monster mit grünem Fell (der Grinch) versucht das Weihnachtsfest zu stehlen. Der Grund: Der Grinch hasst Weihnachten. Teil seines Plans ist hierbei auch der Diebstahl von Weihnachtsbäumen.

Ob es sich auch bei den Hofer Weihnachtsbaumdieben um Weihnachtshasser handelt, ist unklar. Für den Ladenbesitzer bleibt jedoch ein Schaden von mehr als 100 Euro.

Die Polizei Hof sucht nach den Dieben und bittet Zeugen, die Hinweise zur Aufklärung geben können, sich unter der Tel-Nr. 09281/704-0 zu melden.

Posted by Andreas Wolfger in Andreas Wolfger, Panorama
Oster­brunnen

Oster­brunnen

Der Brauch, an Ostern Brunnen mit bunten Eiern zu schmücken, hat seinen Ursprung in der fränkischen Schweiz. In den Tagen vor Ostern bemalen Vereine, Jugendgruppen oder andere engagierte Freiwillige hunderte von Eiern.

Osterbrunnen

Früher verwendeten sie echte Eierschalen. Teils werden diese heute von bunten Plastikeiern ersetzt, da echte Eier sehr schnell zerbrechen.

Aufwendiger Schmuck

In jedem Dorf wird der öffentliche Brunnen zuerst gereinigt und dann mit Tannenzweigen geschmückt. Diese binden die Leute oft zu einer aufwendigen Krone. Anschließend werden die Zweige mit Girlanden aus bunten Eiern umschlungen. Ein durchschnittlicher Osterbrunnen kann mit bis zu 2000 bemalten Eiern geschmückt sein.

Unklarer Ursprung

Der Ursprung des über 100 Jahre alten Brauchs ist unklar. Oft wird er mit der Wasserknappheit in der Fränkischen Schweiz in Zusammenhang gebracht. Brunnen hatten in dieser Region deshalb einen sehr hohen Stellenwert und bekamen besondere Aufmerksamkeit.

Posted by JessicaSiller in Panorama, 0 comments
Fluchen auf Oberfränkisch

Fluchen auf Oberfränkisch

Dunner wedder nuch a mol!

Ob Wedderhex, Oarschgrabfn oder Daabala: Der oberfränkische Dialekt bietet vielfältige Möglichkeiten, sich auszulassen. Eine Umfrage nach dem Lieblingsschimpfwort der Kulmbacher bringt ein erstaunliches Ergebnis.

Denn offensichtlich sind die Kulmbacher ein gemütliches Volk. Die Befragten geben an, eher selten zu schimpfen. „Ist besser für's Herz“ und „Nee, eigentlich hab ich da echt keinen Grund dafür“ sind nur zwei Meinungen.

Wörter wie „Bridschn“ sind vor allem bei Frauen verpönt. Aber mit etwas gediegeneren Wörtern schimpft auch der Kulmbacher gern mal. Und so entsteht eine Top 3, nachzuhören im Podcast.

fränkische Schimpfwörter

Verschiedene Gründe

Erklärungen, warum Menschen schimpfen, sind vielfältig. Ein Verhaltensbiologe deutet Schimpfen als Drohverhalten. Durch das Schimpfen soll lautstark die eigene Stärke demonstriert und damit kämpferischen Auseinandersetzungen vorgebeugt werden.

Fränkische Schimpfwörter

Außerdem hilft Schimpfen, Schmerz auszuhalten. Die Zeit hat sich in einer Kolumne mit der Frage „Hilft schreien gegen Schmerz?“ auseinandergesetzt. Dabei ziehen sie ein Beispiel des britischen Psychologen Richard Stephens heran. Dieser rekrutierte Studenten, die ihre Hand in eiskaltes Wasser halten mussten. Das Ergebnis: Durften die Studenten fluchen, hielten sie doppelt so lange durch wie ohne Fluchen. Allerdings mahnt Stephens: Schimpft man dauernd, lässt diese Wirkung nach.

Posted by NadineSchobert in Panorama, Unser Oberfranken