Orte & Freizeit

Braukunst 4.0 im historischen Ambiente

Eine Reportage von Karsten Babucke

Über die Brauerei Haberstumpf

Oberfranken hat die größte Brauereidichte Deutschlands. Viele Dörfer haben mindestens eine Brauerei. Auf dem Biermarkt herrscht Konkurrenzkampf. Großbrauereien kaufen kleine Betriebe auf. Wer in diesem Wettbewerb überleben möchte, muss kreativ werden und mit der Zeit gehen. In Kulmbach ist die Brauerei AG ansässig, einen Ort weiter in Trebgast die Brauerei Haberstumpf. Mit neuen Ideen blickt das Team in die Zukunft.

Das Sudhaus: glänzende Kupferarmaturen auf mintgrünen Fließen. Mechanik wie aus einem anderen Jahrhundert. Kleine Bullaugen zeigen Temperatur oder den Druck an. Hier bedient der Braumeister das Brauen noch per Hand über die großen Ventilräder. Die Ventile und Anzeigen sind wie an einem Mischpult angeordnet. Der Kontrollraum des Sudhauses liegt im ersten Stock der Brauerei Haberstumpf. Hinterrücks ist eine Glasfront, die eine großartige Aussicht auf Trebgast und das Fichtelgebirge bietet. In der fränkischen Gegend befindet sich meistens der Läuterbottich oben und die Sudpfanne unten. Das heißt, die Abläuterung funktioniert üblicherweise mithilfe Schwerkraft. Hier ist es anders. Das Sudhaus mit den zwei Kesseln befindet sich hier auf einer Ebene. Es funktioniert über ein altes Pumpsystem. „Das ist sehr untypisch für die Region“, erklärt Ottmar Müller, der Braumeister. Das Sudhaus stammt aus dem frühen 20. Jahrhunderts und ist damit eines der ältesten der Region. Es fasst über 50-Hektoliter. Das entspricht ungefähr zehntausend Bierflaschen. Eines der ersten „Zwickl“ wurde hier gebraut. Es überstand Generationen der Familie Haberstumpf und die verschiedenen Besitzer der Brauerei.

Die Abfüllanlage: weiße Fließen, feuchte Luft. An den Wänden stapeln sich Dutzende Fässer mit Bierkästen. Hier wird das Gebräu abgefüllt. In Reih und Glied stehen sie da. Mit Engelsgeduld und Feingefühl steht der Braulehrling vor einer Armee aus Flaschen. Er bringt in Handarbeit das Etikett an. „Ich beklebe schon mal Hunderte Flaschen pro Tag. Das Sortieren in Kisten macht mir aber mehr Spaß“, beschreibt Moritz Stauber, der Auszubildende, seine Arbeit. Er feuchtet den Aufkleber in einer Schüssel voll Wasser an, dann platziert er ihn unter dem Schnappverschluss auf der 0,75 Liter Flasche. In Franken wird in der Regel in 0,5 oder 0,3 Liter abgefüllt. Doch die Flaschengröße ist ein Alleinstellungsmerkmal der Brauerei. „Mit der Glasbrennerei wiederum ein Gewächshaus erhitzt. So entsteht ein in sich geschlossener, autarker Kreislauf und die Flaschen können CO2-neutral produziert werden“, erklärt Müller seine Vision. „Weil wir im nächsten Jahr auf Bio-Bier umsteigen, wollen wir das Bier in einer klimaneutralen Flasche abfüllen.“ In die auffälligen Flaschen wird das Helle, das Hausbier, abgefüllt „Die Flaschen können auch aufrecht im Kühlschrank, neben Wein und Milch gelagert werden“, während das Doppelbock, das Rubin oder das Hahn Zwergla in kleinere Flaschen gezapft wird. In den kommenden Jahren werden hier über zwei bis viertausend Hektoliter Bier im Jahr produziert. Damit konzentriert sich die Brauerei besonders auf die Nische der Bierliebhaber und Feinschmecker. Das Kesselhaus: gelbe Wände und glänzende Gährkessel. Spiegelndes Metall. Frischer Estrich. Neue Fließen. Während der Vorraum noch alt und modrig riecht. Symbolträchtig für den aktuellen Wandel. Die Brauerei steckt mitten im Umbruch. Ein neuer Geldgeber bringt seit 2019 Aufschwung.

„Weil wir im nächsten Jahr auf Bio-Bier umsteigen, wollen wir das Bier in einer klimaneutralen Flasche abfüllen.“

Ottmar Müller

Das Kesselhaus: gelbe Wände und glänzende Gährkessel. Spiegelndes Metall. Frischer Estrich. Neue Fließen. Während der Vorraum noch alt und modrig riecht. Symbolträchtig für den aktuellen Wandel. Die Brauerei steckt mitten im Umbruch. Ein neuer Geldgeber bringt seit 2019 Aufschwung. Bernd Förtsch ein Unternehmer aus Kulmbach, hat in die Brauerei investiert. Eine große Chance für den Braumeister. Er kann ein neues Team aufbauen und den Betrieb auf den neuesten Stand bringen. „Mit einer Hebevorrichtung haben wir die Braukessel angehoben, um darunter den Boden zu erneuern“, beschreibt Müller. Gerade die schwierige Zeit der Pandemie bot dem neuen Team ausreichend Zeit, einen Neustart zu wagen. So läuft nach über einem Jahr Umbau der Braubetrieb wieder an. Bernd Förtsch ein Unternehmer aus Kulmbach hat in die Brauerei investiert. Eine große Chance für den Braumeister. Er kann ein neues Team aufbauen und den Betrieb auf den neuesten Stand bringen. „Mit einer Hebevorrichtung haben wir die Braukessel angehoben, um darunter den Boden zu erneuern“, beschreibt Müller. Gerade die schwierige Zeit der Pandemie, bot dem neuen Team ausreichend Zeit, einen Neustart zu wagen. So läuft nach über einem Jahr Umbau der Braubetrieb wieder an.

Die Schenke: eine rustikale Bar und eine breiter Treppenaufgang. Hier begrüßt Fachpersonal die Besucher und bringt sie in den zweistöckigen Gastraum. Dunkle Holzvertäfelungen an der Wand, helles Treppengeländer, rustikale Sitzgruppen. Auch hier herrscht Brauereigefühl pur. Ein großer Warmwassertank dominiert den Eingangsbereich. An der Theke gibt es die Kreationen der Brauerei frisch an der Theke abgezapft, während die Küche feinste italienische Küche serviert. Der Gastronom Blerim Ljimoni pachtet schon seit vielen Jahren die Schenke. Unter dem Namen „La Birreria“ servieren hier den Gästen italienische Kochkunst. Antipasti. Oktopus. Roastbeef. Liebevoll wird hier Fisch, Gegrilltes oder Pizza aufgetischt. „Ein schöner Ort, um gut zu Essen und dazu ein leckeres Bier zu trinken“, schreibt Carmen Penzel nach ihrem Besuch auf der Website.

Die Bergstraße nach Trebgast bietet Genuss für alle Sinne. Vom Dach bis zum Keller wandelt sich die Brauerei zu einem Schmuckstück. Biervielfalt. Experimentierfreude. Genießertum. Und so wird der Gasthof auch im neuen Jahr sicherlich wieder zum Besuchermagnet in Trebgast.

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Feuerwasser aus dem Fichtelgebirge

Feuerwasser aus dem Fichtelgebirge

Das Trebgaster Whiskey-Projekt

von Karsten Babucke

Not macht erfinderisch. Weil die Brauerei Haberstumpf nur noch schwer über die Runden kam, übernahm 2019 ein Investor das Unternehmen. Der modernisierte nicht nur Sudhaus und Braukeller, sondern auch das Sortiment. Jetzt kommt Whiskey aus Trebgast.

Seit Anfang Oktober lagert in den alten Bierkellern Hochprozentiges. „Hier, am Ortseingang nach Trebgast, wurde früher das Bier gekühlt“, berichtet Braumeister Ottmar Müller. Verwinkelt und verzweigt führen die Stollen in den Berg. Hinter einer Stahltür reift der neue Schatz der Brauerei. Über 27 Holzfässer ruhen hier. Mindestens drei Jahre müssen die Fässer liegen, bis sich der Inhalt Whiskey nennen darf.

Die Herstellung von Bier und Whiskey unterscheidet sich nur geringfügig. Als Grundlage für den Stoff dient ein spezieller Sud. Hierbei setzt Müller eine Bierwürze ohne Hopfen an. „Dazu kommt ein Torf-Malz, das unter einer sogenannten Darre gebrannt wurde.“ Durch diesen Prozess erlangt es einen kernig-moorigen Geschmack. Damit aus dieser Grundlage am Ende Whiskey entsteht, bedarf es eines großen Quantums Stammwürze. So entsteht ein wesentlich höherer Alkoholgehalt.

Nachdem die Brauerei in den letzten Jahrzehnten nur knapp über die Runden gekommen war, stieg 2019 ein neuer Investor ein. Bernd Förtsch machte nicht nur der veralteten Technik den Garaus. Er investierte in Sudhaus und Gärkeller. Und er schuf Raum für Innovationen. Der Braumeister und sein Team arbeiten jeden Monat an neuen Kreationen. Hierbei experimentieren die Lehrlinge auch mit eigenen Rezepturen. Das Sortiment erweiterte sich innerhalb weniger Monate. Einer der Mitarbeiter ist ein Whiskey-Fan. Er trug dem Braumeister die Idee vor, Whiskey zu produzieren. Müller und Förtsch stimmten zu.

Whiskey kommt ursprünglich aus Schottland und Irland. Nach schottischen Kriterien wird die Spirituose aus einer Getreidemalz-Maische gewonnen. Die Mischung muss einen Mindestalkoholgehalt von 40 Volumenprozent aufweisen. Je nach Getreideart erhält der Whiskey seinen Namen. So gibt es den Grain mit verschiedenen Weizensorten. Fast ausschließlich findet er Verwendung in Blended Whiskeys. Bourbon bezeichnet Whiskey, der überwiegend aus Mais besteht. Der Malt-Whiskey ist aus Gerste. Dabei wird auch noch zwischen Scotch oder Irish unterschieden – dem Herkunftsland.

Die Brauerei Haberstumpf verwendet eine Mischung aus verschiedenen Getreidesorten. Der Braumeister berichtet, dass in den letzten Jahren mehr Whiskey-Destillerien in Deutschland als in Schottland entstanden. „Bis der Trebgaster Whiskey auf den Markt kommt, dauert es noch einige Zeit“, sagt Müller. „Er muss jetzt erst mal drei Jahre liegen.“


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Kletterpark Untreusee: Drei, zwei, eins, flieg!

Kletterpark Untreusee: Drei, zwei, eins, flieg!

 

 

 

Nervenkitzel pur – das verspricht der Kletterpark Untreusee. Für Linda ist es der erste Besuch in einem solchen Park. Wird es ihr gefallen? Und wie kommt es so weit, dass wir schlussendlich beide vom Personal „gerettet“ werden müssen?

Ganz schön hoch“, sagt Linda. Sie schaut nach oben, dann wieder zu mir. „Und da soll ich wirklich rauf?“ Ihre Stimme klingt leicht verunsichert. „Du musst nicht, wenn du nicht willst“, beruhige ich sie. „Aber du wirst sehen: Das macht echt Spaß!“ Linda wirkt noch etwas skeptisch. Sie ist zehn, kennt Kletterparks bis jetzt nur aus dem Internet und aus Werbeprospekten. Cool fand sie solche Parks da aber irgendwie schon immer. Deswegen sind wir jetzt am Untreusee bei Hof – zu Lindas erstem Klettergang. Während Linda noch die vielen Hindernisse über unseren Köpfen bestaunt, habe ich bereits gezahlt. „Kann ich direkt da rauf?“ fragt sie und zeigt auf den Parcour mit dem großen Kletternetz. Ich schüttle den Kopf. „Zuerst musst du hier rauf“ sage ich und deute auf den mit Abstand kürzesten und niedrigsten Parcour des Parks. Diese Schritte muss jeder Kletterer am Anfang durchlaufen: die Einweisung. Hier zeigt ein ausgebildeter Kletterer den Umgang mit Karabinerhaken, Sicherungsseilen und Parcour-Elementen.

Nachdem unsere Beine den Weg durch die dafür vorgesehenen Schlaufen im Klettergurt gefunden haben und alle Gurtschnallen festgezogen sind, stehen auch Linda und ich vor dem Einweisungs-Parcour. Ein circa 18-jähriger mit Klettergurt und rotem T-Shirt mit dem Logo des Parks erklärt uns kurz und knapp, wie wir uns beim Klettern verhalten müssen: Auf einer Plattform dürfen maximal zwei Personen stehen, die ausgeschilderten Wege dürfen nicht verlassen werden und, ganz wichtig: immer gesichert bleiben! Für unsre Sicherheit ist der Klettergurt um unsre Hüften zuständig. Daran steckt ein dreieckiges Metallteil, in einer Sicherungsschlaufe hängt ein Karabiner, in der anderen eine Seilrolle. Solange man sich im Parcour aufhält, muss immer mindestens eine dieser Sicherungen mit dem Hindernis verbunden sein. Linda hört interessiert zu. Als der junge Mann den Parcour vorklettert, verfolgen ihre Augen jede seiner Bewegungen genau.

Jetzt sind wir an der Reihe – wir müssen zeigen, dass wir die eben gelernte Theorie auch umsetzen können. Linda fängt an. Sie zieht den zu sich, der am ersten Hindernis befestigt ist. Sie hängt ihn in das Metalldreieck an ihrem Gurt und klettert geschickt die Leiter hinauf. Oben angekommen sichert sich Linda mit ihrem Karabiner an dem roten Band, das um den Baum herumführt. „Sehr gut, weiter so“, ruft ihr der Klettertrainer zu. Linda hangelt sich am Baum entlang zum nächsten Hindernis: eine Seilbahn. Hier kommt die Seilrolle zum Einsatz. Linda hängt sie ins Stahlseil. Dann löst sie ihren Karabiner vom roten Band, klippst ihn ebenfalls ins Stahlseil und hängt den Karabiner schließlich über sie Seilrolle. Einen kurzen Moment hält sie inne, wirkt etwas verunsichert. „Setz dich rein“, rufe ich ihr zu, „der Gurt hält dich!“ Irgendwie wirkt sie noch nicht ganz überzeugt. Aber sie vertraut ihrer Sicherung schlussendlich doch und lässt sich in den Klettergurt fallen. Er hält sie problemlos. Linda lacht. Jetzt, denke ich mir, hat sie ihre Scheu überwunden.

Und ich sollte recht behalten: Linda traut sich jetzt. Als wir beide die Einweisung problemlos durchlaufen haben, will sie direkt auf den roten Parcour mit der großen Kletterwand. Ich bremse sie: Wir sollten langsam anfangen. Langsam anfangen bedeutet „weiß“. Die verschiedenen Klettersteige sind mit Farben gekennzeichnet. Sie stehen am Beginn des Parcours auf kleinen Schildern. „Weiß“ und „blau“ sind die beiden einfachsten Parcours – sie sind für alle Kletterer freigegeben, die größer als 1,20 Meter sind. Wir wollen mit einen der beiden Parcours starten. Linda entscheidet sich für den weißen Parcour. Sie klettert voraus. Linda ist sportlich. Sie turnt gerne, ist gelenkig und geschickt. Das Klettern macht ihr Spaß. Ich merke aber schnell, dass sie der einfache Parcour nicht wirklich herausfordert. Also: auf zu Stufe zwei!

Acht Parcours und zwei Fun-Parcours mit insgesamt 111 Stationen stehen uns im Kletterpark Untreusee zur Auswahl. Linda dreht sich im Kreis und schaut dabei nach oben. „Schwarz!“ sagt sie dann irgendwann. Mein Blick wandert von ihr zur Parcour-Beschreibung und dann wieder zu ihr. „Parcours schwarz (schwierig!!!), Körpergröße ab 1,40 Meter“ steht auf dem Schild. Ich wollte ja weder an Lindas noch an meiner Stärke zweifeln, aber irgendwie war ich mir nicht ganz sicher, ob wir diesen Parcour schaffen würden. „Sicher?“ frage ich Linda. Sie nickt begeistert. „Ja gut“, sage ich mir, „wir haben gerade erst angefangen. Jetzt haben wir wenigstens noch Kraft.“

Linda klettert wieder voraus. Das erste Hindernis ist ein großes Netz, das steil nach oben führt. Für Linda kein Problem, für mich die erste Herausforderung des Tages. Als ich keuchend und mit schmerzenden Händen oben angekommen bin, ist Linda schon drei Hindernisse weiter. Ich seufze. Das kann ja lustig werden. „Kommst du?“ ruft Linda mir zu. Ehe ich antworten kann, hat sie sich schon wieder dem nächsten Hindernis zugewandt. Ich schüttle meine Hände und hänge meinen Karabiner in das rote Band um den Baum. Weiter geht´s! Neun Meter über dem Boden balancieren wir über Holzbretter, schwingen an Seilbahnen entlang und hangeln uns von einem wackelnden Steigbügel zum nächsten:

Als Linda auf einer Plattform Pause macht um auf mich zu warten, entdeckt sie eine der größten Attraktionen des Parks: die lange Seilbahn über den Untreusee. Damit ist klar, welcher Parcour unser nächster sein wird. „Guck mal, da müssen wir hin!“ ruft sie mir zu und zeigt auf die andre Seite des Sees, wo die Seilbahn endet. Ich kann ihrem Finger gerade nicht folgen – denn ich kämpfe gerade mit dem rollenden Baumstamm, der mich einfach nicht zu Linda auf die nächste Plattform lassen möchte. Mein Gleichgewicht war noch nie besonders gut. Dieses bewegliche Holz ist ein Gegner, der mir deutlich überlegen ist – ich gebe auf. Leicht genervt lasse ich mich in die Sicherung fallen und hangle mich mit Händen und Füßen zur nächsten Plattform. Als ich dort ankomme, ist Linda schon wieder weg. Der Ehrgeiz hat sie gepackt – jetzt geht´s so schnell wie möglich zum goldenen Parcour mit der Seeüberfahrt.

Das Ende des schwarzen Parcours ist für mich schon fast eine Erlösung. Ich klettere gerne, aber mit Lindas unfassbarem Tempo mitzuhalten war für mich schon fast eine Herausforderung. Irgendwie kann ich sie dazu überreden, eine kurze Pause zu machen. Wir setzen uns auf eine der Bänke inmitten des Kletterwaldes und trinken das Wasser, das wir mitgebracht hatten. „Und, wie gefällt´s dir?“ frage ich sie. Lindas Blick wandert von einem Kletterelement zum nächsten. Ihre blauen Augen strahlen. „Voll cool“, sagt sie dann und trinkt einen Schluck, „Ich will das auf jeden Fall nochmal machen!“ Ich grinse. Mit dieser Antwort hatte ich schon gerechnet. „Wir kommen hier auf jeden Fall nochmal her“, verspreche ich ihr. Linda trinkt noch einen letzten Schluck, dann verstaut sie die Flasche wieder im Rucksack. Während sie ihre blonden Haare noch einmal neu zu einem Pferdeschwanz bindet, springt sie schon auf und läuft zum goldenen Parcour – Seeüberfahrt, wir kommen!

Wir haben heute Gegenwind“, ruft uns einer der Klettertrainer zu und gibt Anweisungen, wie wir uns auf der Seilbahn verhalten sollen: Anlauf nehmen, springen, Beine nach oben ziehen, ruhig halten. Linda will wieder die Erste sein. Als sie die Rolle in das dicke Seil hängt, zittern ihre Hände. Sie schaut kurz nach unten. Für einen ganz kurzen Moment denke ich, der Mut verlässt sie. Aber ich weiß, dass Linda mutig und abenteuerlustig ist. Die Chance, über einen See zu fliegen, würde sie sich nicht entgehen lassen. „Wir sehen uns auf der andren Seite“, sagt sie zu mir. Dann zählt sie langsam von drei abwärts. Sie springt, ich schubse sie kräftig an. Meine Augen verfolgen ihren Flug ganz genau. Ein Windstoß weht mir eine Haarsträhne ins Gesicht. Ich bemerke, dass Linda langsamer wird. Zwei Drittel der Strecke hat sie bereits hinter sich gebracht. Jetzt rudert sie verzweifelt mit den Beinen. Der Wind hat sie ausgebremst – Linda steckt fest.

Einer der Klettertrainer hat Lindas Fahrt vom Boden aus beobachtet. Er hat schon lange vor mir gemerkt, dass die Kleine es nicht bis zur anderen Seite schafft. Er klettert zu mir nach oben, hängt Seilrolle und Karabiner ins Stahlseil und fährt Linda hinterher. In seiner rechten Hand hält er einen Klotz. Damit bremst er kurz vor Linda ab. Von der Startplattform aus sehe ich nicht genau, was sich dort über dem See abspielt. Es dauert jedenfalls nicht lange bis Linda wohlbehalten auf der anderen Seite des Sees angekommen ist. Jetzt bin ich an der Reihe. Der Wind bläst. Ich warte ab. Wenn ich die Augen zusammenkneife, erkenne ich, dass Linda mir zuwinkt. Der Wind beruhigt sich. Ich hole Anlauf und springe. Von hier oben ist die Aussicht grandios. Ich erkenne den großen Spielplatz am Ufer, den Bootssteg, das riesige Holzlabyrinth.

Doch der atemberaubende Flug ist schneller zu Ende als mir lieb ist: eine Windböe kommt. Nur noch ein Meter bis zum Ziel. Sie bremst mich gnadenlos aus – auch ich hänge fest. Der junge Mann im roten T-Shirt, der gerade eben schon Linda zur anderen Plattform gezogen hatte, hängt seine Sicherung wieder ins dicke Stahlseil. Er kommt auf mich zu, hält mich mit seinen Beinen fest und hangelt sich zur Plattform. Ich bedanke mich bei ihm. Linda ist schon wieder weitergeklettert. „Passiert das oft, dass jemand auf der Seilbahn steckenbleibt?“ frage ich unseren „Retter“. Der schüttelt mit dem Kopf. „Eigentlich nur sehr selten“, sagt er dann. „Nur wenn der Wind so stark weht wie heute.“ Wir klettern weiter. Auch wenn Linda und ich die Seeüberfahrt toll fanden – eine Fahrt genügt uns für den heutigen Tag völlig.

Unsere Kräfte schwinden langsam aber sicher. Aber irgendwie brauchen wir doch noch einen kleinen Nervenkitzel, beschließen wir. Neben den acht Parcours in verschiedenen Schwierigkeitsstufen gibt es noch zwei Fun-Parcours. Die haben es uns irgendwie angetan. Beide sind anstrengend – zu anstrengend, um sie nacheinander auszuprobieren. Also teilen wir uns auf. Linda entscheidet sich für „ring the bell“: Wer die Spitze des elf Meter hohen Knotenseils erreicht und die oben befestigte Glocke läutet, erhält zur Belohnung einen Schokoriegel. Das wurde uns zumindest bei der Einführung gesagt. Linda probiert ihr Glück. Sie ist flink. „Kein Problem für sie“, denke ich. Doch bei der Hälfte fängt sie an zu keuchen. Irgendwann muss sie dann kapitulieren.

Jetzt bin ich dran: „jump and run“ erwartet mich. Die neun Meter hohe, sehr schmale Strickleiter kostet mich meine letzten Kräfte. Als ich oben angekommen bin, muss ich mich erst einmal setzen. Die Verschnaufpause nutze ich dafür, mir meine bevorstehende Aufgabe anzusehen: Von meiner Plattform aus soll ich mit viel Schwung abspringen und dann auf der gegenüberliegenden Plattform landen. Ich nehme Anlauf und springe – ins Leere. Mein Sprung war nicht weit genug, ich fliege an der Plattform vorbei. Die Sicherung lässt mich sanft zu Boden gleiten. Linda lacht. „Wir haben´s beide nicht geschafft“, lacht sie. Ich schüttle meine Hände aus. „Feierabend“, keuche ich, „Ich bin total kaputt!“

Den Abend verbringen Linda und ich am schönen Untreusee. Die Sonne ist warm, der frische Wind sorgt aber für eine angenehme Temperatur. Linda zieht die Schuhe aus und hält die Füße ins Wasser. „Voll schön hier“, sagt sie. Ihre Augen verfolgen einen Kletterer, der gerade die Seeüberfahrt überquert. Er kommt am andren Ende an. Auf dem Spielplatz hinter uns schreien Kinder, über den Untreusee schwimmt ein kleines Boot. Wir sitzen auf einem Stein am Wasser und genießen die warmen Sonnenstrahlen. Keiner von uns sagt ein Wort. Wir hören den Wellen zu, den Menschen um uns herum, dem leisen Surren der Kletterer, die über den See fliegen. „Wir sollten hier öfter herkommen“, unterbricht Linda die Stille, „Das nächste Mal nehme ich meine Freunde mit!“

Posted by Marina Richtmann in Marina Richtmann, Orte & Freizeit, Unser Oberfranken
„Timmi“ – Hier spielt die Musik

„Timmi“ – Hier spielt die Musik

 

 

Wenn in Kulmbach Musik erklingt, dann ist er meistens nicht weit: „Timmi“. Er spielt in vielen Gruppen, stand schon auf vielen Bühnen und leitet in Kulmbach eine Musikschule. Doch wer verbirgt sich hinter diesem Spitznamen?

Posted by Marina Richtmann in Marina Richtmann, Orte & Freizeit, Unser Oberfranken
Sandstein, Zinn und Stadtgeschichte

Sandstein, Zinn und Stadtgeschichte

Wer nach Kulmbach kommt, kann sie nicht übersehen: Die Plassenburg. Die beeindruckende Sehenswürdigkeit hat eine vielseitige Geschichte hinter sich und bietet den Besuchern weit mehr als nur eine beeindruckende Aussicht:

Posted by Marina Richtmann in Marina Richtmann, Orte & Freizeit, Unser Oberfranken
Der Rote Turm – Wahrzeichen neben der Plassenburg

Der Rote Turm – Wahrzeichen neben der Plassenburg

Jetzt erstrahlt er wieder in neuer Pracht.

Neben der Plassenburg ist der Rote Turm ein weiteres Wahrzeichen von Kulmbach. Er zählt zu den ältesten Bauwerken der Stadt und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

Nach einer umfangreichen Sanierung ist der Rote Turm wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Rahmen der Stadtführungen kann er jetzt wieder besichtigt werden.

Posted by Tanja Freiberger in Orte & Freizeit, Tanja Freiberger, Unser Oberfranken
Weithin sichtbar und absolut sehenswert: die Plassenburg

Weithin sichtbar und absolut sehenswert: die Plassenburg

Ungeahnte Schätze in Kulmbach

Die imposante Plassenburg ist ein Wahrzeichen Kulmbachs. Eine Besichtigung der Festung lohnt sich immer – nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische.

Hier sind spannende Informationen zur Geschichte der Burg, der Stadt und der Region zu erleben. Die Burg beherbergt vier Museen mit abwechslungsreichen Sammlungen: das Landschaftsmuseum Obermain mit wechselnden Sonderausstellungen, das Deutsche Zinnfigurenmuseum, das Museum Hohenzollern und das Armeemuseum,

In den Museen der Plassenburg finden sich manch außergewöhnliche Schätze.

Posted by Tanja Freiberger in Orte & Freizeit, Tanja Freiberger, Unser Oberfranken
Vertrauenspakt mit dem Raubtier

Vertrauenspakt mit dem Raubtier

 

 

 

Wenn Tobias Lindemann in seine Trillerpfeife bläst, spitzt Diana die Ohren. Dann läuft sie los. Sie kennt dieses Geräusch, sie kennt den Weg: Durch das hohe Gras, vorbei an den vielen Bäumen, direkt auf die Felsformation zu. Hinter dem letzten Felsbrocken macht sie Halt und lugt vorsichtig hervor. Als Lindemann ihr einen Leckerbissen zuwirft, traut sie sich näher zu kommen. Elegant schleicht sie sich den kleinen Hügel hinauf, springt auf den obersten Stein und setzt sich dort hin. Diana ist eine ausgewachsene Luchs-Dame mit hellen Augen, großen Pfoten und langen schwarzen Pinseln an ihren Ohren. Wenn sie hier auf den Felsen sitzt, wirkt sie entspannt und scheint die Sonnenstrahlen zu genießen. Trotzdem bleibt sie aufmerksam, beobachtet ihre Umgebung genau. Dass sich ein zweiter Luchs der Felsformation nähert, bemerkt sie zuerst.

Es ist Charles, Dianas Partner. 2013 wurde er geboren, er ist ein Jahr älter als Diana. Auch er tastet sich erst langsam heran bevor er schließlich zu seiner Partnerin auf die Felsen klettert. Lindemann belohnt die beiden Luchse mit toten Küken, die er ihnen zuwirft. Charles reißt das Maul auf, Diana schnappt sich das Futter elegant mit der Pfote. Tobias Lindemann dreht sich von den Luchsen weg. „Sowas gibt es nur hier“, sagt er, „nirgends sonst sind die Luchse so zutraulich und friedlich.“ Hier- das ist der Wildtierpark Mehlmeisel. Lindemann arbeitet dort als Tierpfleger, für Diana und Charles ist Mehlmeisel ein Zuhause, in dem sie sich wohlzufühlen scheinen.

Diana – eine der drei Luchse im Wildtierpark Mehlmeisel. (Bilder: Marina Richtmann)

Diana – eine der drei Luchse im Wildtierpark Mehlmeisel. (Bilder: Marina Richtmann)

Albert, Bubi, Cäsar

Neben den drei Luchsen Charles, Diana und Viktor leben im Tierpark Mehlmeisel noch viele weitere Tiere: Von Dachs Erich, Birkhahn Albert und Wildschwein Margit über Fuchs Karli und Waschbär Bubi bis hin zu den Nonnengänsen Gundel und Klaas und dem Hirsch Hubertus. Hier trägt jedes Tier einen Namen. Hubertus wurde zum Beispiel nach dem „Heiligen Hubertus“ benannt, dem Schutzpatron der Jäger. Von diesem Mann wird eine Sage erzählt: Angeblich erschien dem Jagdfrevler Hubertus ein weißer Hirsch. Nach dieser außergewöhnlichen Begegnung verschrieb er sich der Kirche und wurde zum Schutzpatron der Jäger. Der Name Hubertus passte perfekt zum Rothirsch im Wildpark – denn Hubertus ist ein weißer Hirsch, sogar der einzige weiße Rothirsch Bayerns. Er lebt hier im Wildtierpark Mehlmeisel gemeinsam mit seinen rot-braunen Artgenossen „Zaun an Zaun“ mit den Luchsen und den Wildschweinen. Heute scheint Hubertus aber keine Lust zu haben, von den Besuchern bestaunt zu werden: Der weiße Hirsch lässt sich nicht blicken.

Liebe und Ehrlichkeit gegen den Arbeitsstress

Bei Hubertus‘ Nachbarn im riesigen Wildschwein-Gehege geht gerade das Gatter auf und Tierpfleger Tobias Lindemann tritt herein. Er muss nur wenige Schritte ins Gehege machen, da kommt ihm auch schon ein Wildschwein entgegen. „Hey Ludwig!“ ruft er und geht in die Hocke. Ludwig grunzt, sein Schwanz wackelt begeistert. Lindemann fährt ihm mit der Hand durch die Borsten. Ein zweites Wildschwein nähert sich. Es ist Keiler Benedikt. Lindemann steht auf, läuft ein Stück weiter ins Gehege hinein. Benedikt folgt ihm und stupst mit der Nase an Lindemanns Fuß. Als der Tierpfleger ihn streichelt, grunzt Benedikt begeistert und wirft sich auf den Boden. Lindemann kniet sich hin und streichelt weiter. Benedikt wirkt entspannt, es scheint ihm zu gefallen. „Tiere sind ehrlich“, sagt Lindemann. „Sie machen deutlich, ob sie etwas mögen oder nicht.“ Er grinst Benedikt an, der vor ihm auf dem Boden liegt. Man merkt deutlich, dass Lindemann den Tieren vertraut – und auch, dass dieses Vertrauen auf Gegenseitigkeit beruht.

Seit einem Jahr arbeitet Tobias Lindemann hier im Wildpark Mehlmeisel als Tierpfleger. Wenn man ihn fragt, was ihm an seinem Beruf am besten gefällt, lacht er und überlegt dann kurz. „Das ist eine gute Frage“, sagt er dann. „Im Grunde ist es das, was man von den Tieren zurückbekommt. Genau das hier.“ Lindemann schaut zu dem Wildschwein vor seinen Füßen. „Wenn man bei den Wildschweinen zum Beispiel die frisch geworfenen Jungtiere anschauen darf und die Mutter einfach liegen bleibt und dir quasi sagt: Schau mal her, meine neuen Jungtiere. Das ist das schönste an diesem Beruf“, ergänzt er. Der Tierpfleger liebt seinen Job – auch wenn der ihm einiges abverlangt: „Als Tierpfleger ist man jeden Tag bei jedem Wetter draußen, die Arbeit ist körperlich sehr schwer.“ Er versorgt die Tiere, kontrolliert ihre Gesundheit, hält Führungen, organisiert Futter und pflegt die Gehege – egal ob die Sonne siedend heiß herunterbrennt oder ob der Park fast im Schnee versinkt. Die Tiere brauchen ihn. Und Tobias Lindemann ist für sie da.

Die Tiere genießen die Streicheleinheiten von Tierpfleger Tobias Lindemann.
Die Tiere genießen die Streicheleinheiten von Tierpfleger Tobias Lindemann.

Über den Köpfen der Wildschweine

Während der Tierpfleger die Wildschweine versorgt, beobachtet ihn eine Schulklasse interessiert. Die Kinder besuchen die fünfte Klasse einer Thüringer Realschule. Ihre Schullandheim-Fahrt verbringen sie im Fichtelgebirge. „Wir waren schon auf dem Ochsenkopf und auf der Luisenburg“, erzählt ein Junge, „aber heute ist der schönste Tag bis jetzt!“ Auch seine Lehrerin ist begeistert vom Wildtierpark: „Die Gehege sind groß und artgerecht. Und trotzdem kann man die Tiere von hier oben aus super betrachten.“ Hier oben – damit meint sie die großen Holzbrücken. Auf einer von ihnen steht die Schulklasse gerade. Das massive Bauwerk führt die Besucher direkt über die Tiergehege und bietet damit einen einzigartigen Ausblick über die großen Gehege.

„Schau mal, da unten sind zwei große!“ ruft ein Kind und lugt über das Geländer. Direkt unter der Brücke baden zwei Wildschweine. Von den Gästen hoch über ihnen lassen sie sich nicht stören. Auch Tobias Lindemann steht mittlerweile wieder auf der Holzbrücke. Er wirft einen prüfenden Blick ins Rotwild-Gehege. Dort scheint alles gut zu sein. Und der weiße Hirsch Hubertus? – Der lässt sich noch immer nicht blicken. „Die Tiere haben Orte, an denen sie ungestört sind. Die Gehege sind groß, die Tiere können selbst entscheiden, wo sie sich aufhalten“, erklärt der Tierpfleger und setzt seinen Rundgang fort.

Auf den Brücken über den Gehegen können die Besucher die Tiere bestens beobachten.
Auf den Brücken über den Gehegen können die Besucher die Tiere bestens beobachten.

„Respekt“ ist das Zauberwort

Für Lindemann geht es jetzt zu Charles, Diana und Viktor, den drei Luchsen. Auch Viktor hat gerade keine Lust auf Besuch. Nur Charles und Diana pirschen sich heran und springen auf die großen Felsen. Die Luchse wirken entspannt, sie sind an fremde Menschen gewöhnt. Manchmal dürfen Fotografen ins Luchsgehege. Dann posieren die Luchse, die großen Kameras klicken nah vor den Schnauzen der Tiere. „Solche zahmen Luchse habe ich sonst noch nirgends gesehen“, erzählt Lindemann. Während er spricht, dreht er sich von den Tieren weg. Diana kaut weiter genüsslich an einem Leckerli, Charles hat sich auf einen Felsen gesetzt und blickt in die Ferne. „Genau das meinte ich“, sagt der Tierpfleger. „Ich weiß genau, dass ich den Luchsen ohne Probleme den Rücken zudrehen kann. Sie respektieren uns, wir respektieren sie – das ist einfach ein wunderschönes Erlebnis!“

Er wirft Diana noch einen letzten Leckerbissen zu. Sie fängt ihn. „So, das reicht aber jetzt“, sagt Lindemann dann. „Gleich ist es vierzehn Uhr. Da führe ich eine Schulklasse durch den Park.“ Er steigt durch das hohe Gras zurück zum Gatter. Diana bleibt auf dem Felsen sitzen, Charles springt elegant nach unten und verschwindet hinter den Bäumen. Wenn Tobias Lindemann mit der Schulklasse am Gehege der Luchse ankommt, wird es wieder einige Leckerbissen geben. Ob die Luchse sich ihre Belohnungen dann abholen wollen, weiß der Tierpfleger noch nicht. Die Tiere entscheiden selbst, ob sie kommen wollen. Doch die Chancen dafür stehen gut – Denn wenn Tobias Lindemann in seine Trillerpfeife bläst, spitzt Diana meistens die Ohren. Und dann läuft sie los.

Tobias Lindemann weiß, dass Charles und Diana (hinten, von links) ihn nicht angreifen.
Tobias Lindemann weiß, dass Charles und Diana (hinten, von links) ihn nicht angreifen.

Hier befindet sich der Wildtierpark Mehlmeisel:

Posted by Marina Richtmann in Marina Richtmann, Orte & Freizeit, Unser Oberfranken
Bouldern in Oberfranken – vom Randsport zum Trendsport

Bouldern in Oberfranken – vom Randsport zum Trendsport

Wer, wie, was, wann und wo – vom Randsport zum Trendsport innerhalb kürzester Zeit. In Großstädten schießen Boulderhallen wie Pilze aus dem Boden. Doch wie sieht es damit in Oberfranken aus? Klettern in der Fränkischen Schweiz hat eine lange Tradition. Und wie steht´s mit Bouldern?

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Posted by Judith Hobmaier in Judith Hobmaier, Orte & Freizeit
Bamberger Sandkerwa

Bamberger Sandkerwa

Die Sandkerwa findet jedes Jahr im August rund um die Bamberger Sandstraße statt. In der Regel dauert sie fünf Tage, zum 60-jährigen Jubiläum 2010 sogar sieben. Jährlich lockt die Sandkerwa etwa 300 000 Besucher an.

Die Geschichte der Sandkerwa

1951 entschloss sich der Bürgerverein Bamberg 4. Distrikt, ein Kirchweihfest um die Elisabethkirche aufzuziehen. Die damalige Begründung: Das Viertel wurde von Kriegseinwirkungen verschont - ein Grund zum Feiern. Die Bamberger nahmen das neue Fest gut an.

Sandkerwa

Die Sandkerwa erfreute sich daraufhin immer größer werdender Beliebtheit. Doch schon 1961 stand sie auf der Kippe. Der Grund: Personalmangel. Einige Wirtshäuser sahen sich nicht in der Lage, Teil der Sandkerwa zu sein. Und auch die Auflagen der Stadt erschwerten das Vorhaben. Doch trotz aller Schwierigkeiten: Die traditionelle Sandkerwa fand statt.

Die "wilde" Sandkerwa 2017

2017 dann der Eklat: Der Bürgerverein entschloss sich, das Fest in diesem Jahr auszusetzen. Grund dafür: „Haftungsrisikos und finanzielle Risiken“, durch die sich der Verein nicht mehr in der Lage sah, die Veranstaltung auszurichten. Doch davon ließen sich die Bamberger nicht abhalten, veranstalteten kurzerhand eine „wilde“ Sandkerwa, organisiert über soziale Netzwerke. Dies untermauert den großen Stellenwert der Sandkerwa unter den Einwohnern der Region.

Posted by LauraSchmidt in Orte & Freizeit