Oberfranken

Bouldern in Oberfranken – vom Randsport zum Trendsport

Bouldern in Oberfranken – vom Randsport zum Trendsport

Wer, wie, was, wann und wo – vom Randsport zum Trendsport innerhalb kürzester Zeit. In Großstädten schießen Boulderhallen wie Pilze aus dem Boden. Doch wie sieht es damit in Oberfranken aus? Klettern in der Fränkischen Schweiz hat eine lange Tradition. Und wie steht´s mit Bouldern?

Doch zuerst klären wir einmal die Frage: Was genau ist Bouldern überhaupt?

Der Unterschied zwischen Bouldern und Klettern:
Klettern funktioniert nur mit Gurt und Seil. Die Höhe kann nahezu beliebig nach oben erweitert werden. Durch einen Partner wird man dabei gesichert.
Bouldern ist eine Form des Kletterns, ohne Sicherung und in Absprunghöhe. Diese Höhe variiert dabei, übersteigt jedoch in der Regel 4,50 Meter nicht.

 

Für wen ist Bouldern geeignet?

Nun, grundsätzlich für alle, die Spaß an abwechslungsreicher Bewegung haben und ein eher ganzheitlich angelegtes Training suchen. Bouldern, das ist Bewegung, die nicht nur den Körper fit hält, sondern auch den Kopf zum Mitdenken anregt. Bouldern, das ist vertikales Rätsellösen mithilfe des eigenen Körpers.
Waren die ersten Boulderhallen noch mehr als Trainingszweck für Kletterer gedacht, entwickelte sich in den letzten Jahren ein regelrechter Hype. Der Vorteil am Bouldern? Zum Spotten kann man jeden in der Halle anquatschen. Man braucht kein Equipment und keinen festen Trainingspartner, sondern kann einfach loslegen. Ist die Höhe mal ein Problem, klettert man einfach eine Traverse - also quer.

Was braucht man zum Bouldern?

Nun, abgesehen von bequemen, dehnbaren Kleidungsstücken eigentlich nichts. Die passenden Schuhe kann man sich üblicherweise zum Testen auch erst einmal ausleihen. Und wer auf den Geschmack gekommen ist, der kauft sich dann sicherlich bald seine eigenen perfekt sitzenden Schuhe.
Kleiner Tipp: Kletterschuhe sollen nicht bequem sein. Wirklich nicht. Die Zehen sind - je nach Kletteranspruch - stärker angewinkelt in den Schuhen (bei den Schuhen nennt man das Vorspann). Lasst euch am besten im Fachgeschäft beraten. Einige Boulderhallen haben einen kleinen Shop mit in der Halle. Denn mit unpassenden Schuhen wird man an der Wand nicht glücklich.

Warum ist Bouldern in Franken so beliebt?

Hier in Oberfranken haben wir die wunderschöne Fränkische Schweiz, ein kleines Paradies für Kletterer – und Boulderbegeisterte. Mehr am Fels als Zuhause – so ist für Kletterfreunde die Fränkische Schweiz die „eigentliche“ Heimat. Und weil es sich, außer für die Hartgesottenen, in der kalten Jahreszeit draußen nicht so schön trainiert, verlagert man die Heimat im Winter einfach vom Fels in die Halle.

Bouldern fördert die Gemeinschaft, man kommt auch in einer neuen Stadt schnell mit Gleichgesinnten ins Gespräch – und findet so schneller Anschluss! Zieht man zum Beispiel von Berlin nach Franken erleichtert so ein Sport den Umzug ungemein.

Gemeinsames Überlegen, wie die Route funktionieren könnte

Wichtig! Immer jemanden zum spotten dabeihaben! Und spotten meint nicht auslachen, sondern sichern 😉 (Für mehr boulder-typische Begriffe einfach weiter nach unten scrollen und nachlesen)

Der Selbsttest bei beiden Boulderhallen

Nach langer Pause habe ich mich dieses Jahr an den Wiedereinstieg gewagt. Kostet immer etwas Überwindung, weil man weiß, was man mal konnte. Und was man vermutlich nicht mehr kann. Aber sobald ich die bunten Griffe erblicke, kann ich nicht anders – und muss grinsen. Mit im Gepäck habe ich einen passionierten Boulderer, Martin, der schon einige Boulderhallen abgeklappert hat. Immer die Kletterschuhe im Gepäck. Seit er seine Heimat von Thüringen nach Oberfranken ins wunderschöne Bamberg verlagert hat, ist er meistens bei den Blockhelden anzufinden. Mal sehen, wie er das Kletterzentrum in Bayreuth findet.

In der Halle ...

 

In der Blockhelden Boulderhalle Bamberg ...

... staune ich, wie schön groß und übersichtlich alles ist. Auf zwei Ebenen kann man sich hier austoben, sogar einen extra abgeteilten Kinderbereich gibt es. Die Routen sind einfach zu erkennen, die Farbe der Griffe gibt hier den Schwierigkeitsgrad an. Somit fällt mir die Orientierung ziemlich leicht. Umkleiden und Toiletten sind ebenfalls vorhanden - im selben Gebäude. Warum ich das extra erwähne? Lest einfach mal weiter.

 

Im DAV-Zentrum Bayreuth ...

… stehe ich erst einmal ratlos vor den geschraubten Routen. Eine Route ist die Strecke, die ich vertikal zurücklegen muss. Oder sollte. Müssen tut man hier ja gar nichts. Außer im Zweifel irgendwie wiede

r runterkommen. Ich bin von den Farben und den sich überschneidenden Routen ziemlich verwirrt. Normalerweise klettere ich im unteren bis mittleren Level. In der DAV-Halle in Bayreuth versuche ich mich an den zweitleichtest

en Routen - und scheitere gnadenlos. Eine umgeknickte Hand später werfe ich frustriert das Handtuch. Als ich dann die Toiletten aufsuchen will, muss ich durch ein Drehkreuz ins Nachbargebäude. Und komme nicht zurück. Zumindest nicht auf diesem Wege. So stehe ich als frierend draußen in der Kälte und muss durch den Haupteingang zurück. Nicht schön. Würde ja behaupten, uncool. Aber es war schon sehr kühl.

Und wie sieht ein leidenschaftlicher Boulderer die beiden Hallen?

 

Alle Infos, wie Öffnungszeiten, Preise und Zusatzangeboten wie Yoga, findet ihr natürlichen auf der entsprechenden Homepage:

Blockhelden Bamberg

DAV Kletterzentrum Bayreuth

Kleine Boulder-Kunde, die wichtigsten Begriffe für Newbies:

Chalkbag - Ein Chalkbag ist der Kreidebeutel, den viele Kletterer immer dabeihaben. Mit "eingestaubten" Händen rutscht man weniger von den Griffen ab. Dafür werden die Hände anfangs auch schneller wund.

Hooken - wird meist als Kurzform für Foothook benutzt. Das bedeutet, man hakt sich mit der Ferse an einem Griff ein, um seine Position zu stabilisieren oder sich vor dem nächsten Zug auszuruhen.

Sloper - Griffe, die keine Vertiefungen haben, in denen man sich festhalten kann. Das Halten funktioniert rein über Kraft udn Reibung.

Farbe - anhand der Farben erkennt man den Schwierigkeitsgrad der Route. Je nach Halle muss man sich an Griff-Farben orientieren oder an den farbigen Markierungen an den Startgriffen.

Spotten - Spotten heißt, dass einer unten aufpasst, während sein Trainingspartner klettert. So kann im Falle eines Sturzes der Spotter darauf achten, dass der Kletterer nicht auf den Kopf stürzt und/oder sich größere Verletzungen zuzieht.

Traverse - Traverese bezeichnet waagerechtes Klettern, sprich: man klettert quer. Prima zum Ausdauertraining, oder wenn einem die Höhe mal einfach zuviel ist.

Nicht hoch, aber knifflig: Traverse

Weitere Möglichkeiten in Oberfranken zu bouldern:

https://www.magnesia-klettern.de/ in Forchheim

http://wellundfit-bayreuth.de/klettern/bouldern/ in Bayreuth

https://www.boulderia.de/ in Neunkirchen am Brand

Posted by Judith Hobmaier in Freizeit, Judith Hobmaier
Maske. Falschgeld. Bäckerei. Der dümmste Verbrecher Oberfrankens.

Maske. Falschgeld. Bäckerei. Der dümmste Verbrecher Oberfrankens.

Ein maskierter Mann im Landkreis Forchheim versuchte am Mittwochabend sein Glück in einem Bäckerladen. Statt Geld gegen Brötchen zu tauschen, wollte er lieber etwas anderes eingetauscht haben. Der dreiste Plan ging jedoch nicht ganz zu seinen Gunsten auf.

Nachgestelltes Foto, kein Originalbild

Igensdorf – In einer Bäckerei im Einkaufszentrum in Igensdorf probierte ein maskierter Mann mal eine andere Art Geld zu wechseln aus. Normalerweise würde man dafür in eine Bank gehen. Hoffte der maskierte Mann, in einer Bäckerei würde man die drei einseitig bedruckten 100-Euro-Scheine nicht als Falschgeld erkennen? Zielstrebig sei der Mann gleich hinter die Theke gelaufen und wollte das Geld gewechselt haben. Die braun-graue Sturmhaube, die er sich über das Gesicht gezogen hatte, trug sicherlich nicht zu einem vertrauenserweckenden Eindruck bei. Die Verkäuferin weigerte sich und drohte mit der Polizei. So blieb dem Mann nichts anderes übrig, als unverrichteter Dinge zu flüchten. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb bislang ergebnislos.

Wer kann Angaben zu dem Vorfall machen? Gesucht wird ein Mann, etwa 185 Zentimeter groß und von schlanker Statur. Er trug eine grüne Hose sowie eine grüne Tarnjacke. Sein Gesicht war durch eine braun-graue Sturmmaske verdeckt.

Die Polizei Ebermannstadt bittet unter der Tel.-Nr. 09194/7388-0 um Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen im Bereich des Einkaufsmarktes in der Forchheimer Straße.

 

Posted by Judith Hobmaier in Judith Hobmaier, Panorama
Irrungen und Wirrungen im Kulmbacher Kreisverkehr

Irrungen und Wirrungen im Kulmbacher Kreisverkehr

Brummen, dröhnen, quietschen, hupen – der Kulmbacher Kreisverkehr am neu gebauten Eku-Parkplatz sorgt nicht nur für jede Menge weiteren Lärm, sondern offenbar auch für Verwirrung bei den fahrenden Bürgern. Wir haben uns dieses Phänomen aus den verschiedensten Blickwinkeln angesehen. Einmal als stille Beobachter mit Notizblock und Stift, einmal wortwörtlich von oben und einmal zusammen mit einem Fahrlehrer aus der Autoperspektive.

Groß ist er nicht, der Kreisverkehr, mehr graue Maus als Discokugel. Ist das vielleicht der Grund, wieso  hier Verkehrsverstöße im großen Stil praktiziert werden? Zumindest verhindert der neue Kreisel laut Polizei bisher schwerere Unfälle und Geschwindigkeitsüberschreiten. Vorher muss das wohl beinahe an der Tagesordnung gewesen sein.

Zwei Mittagspausen lang haben wir uns als stille Beobachter ein klein wenig um Leib und Leben gefürchtet – so nah an diesem Kreisverkehr, den niemand ernst nimmt. Stellenweise war ich so irritiert von den skurrilen Verkehrsmanövern, dass ich zwischendurch einen befreundeten Fahrlehrer anrief. Denn zugegeben, meine eigene Fahrausbildung ist schon eine Weile her - und die Unsicherheit war plötzlich groß. Der Häufigkeit der Verstöße nach zu urteilen, zweifelte ich doch langsam sehr an meinen Kenntnissen in diesem Bereich.

Zehn Minuten, 32 Autos, 28 Verkehrsverstöße

32 Autos kreuzten unseren Weg und den des Kreisverkehrs. Sage und schreibe 28 davon begingen einen Verkehrsverstoß, acht davon gleich mehrere. Addiert man den Parkplatz noch hinzu, verließen vier von acht Autos den Parkplatz nicht korrekt. Einer sogar gleich durch die Bäume hindurch.

Die Mittelinsel des Kreisverkehrs überfuhren 15 der 32 Autofahrer, 28 Fahrer ignorierten, dass sie beim Verlassen des Kreisverkehrs laut § 9 Absatz 1 der StVO in einen Abbiegevorgang eintraten und somit hätten blinken (rechts!) müssen.

Besonders kurios wurde es, als Autofahrer den Weg aus dem Parkplatz suchten - und nicht fanden. Ein Fahrzeughalter ignorierte den Kreisverkehr genauso gekonnt wie die vorgegebene Richtung der Ausfahrt. Einmal den Umweg über den Kreisverkehr gespart. Sparfuchs mal anders, bei den Spritpreisen spart man vielleicht jeden Zentimer Fahrt.

Fahrschulauto ohne Schüler

Zu diesem Zeitpunkt konnte man allerdings froh sein, wenn überhaupt Blinker und Kreisverkehr benutzt werden. Schlimmer geht immer, heißt es doch so schön. Eine auf dem Parkplatz arbeitende Landschaftsgärtnerin staunte nicht schlecht, als ein blauer VW Golf den Weg auf die Straße durch die Bäume hindurch suchte. Als dann noch ein rotes Fahrschulauto, bei dem kein Schüler am Steuer saß, ohne Blinken den Kreisverkehr verließ, verließ mich der Glaube an Verkehrsregeln.

Posted by Judith Hobmaier in Judith Hobmaier, Panorama
Mit 18 von Berlin nach Franken – und nun zurück?

Mit 18 von Berlin nach Franken – und nun zurück?

Heimat. Heimat ist mehr als ein Gefühl, Heimat ist ein Ort. Und dieser Ort muss nicht geografisch eingegrenzt sein. Es können die Freunde an diesem Ort sein, die Familie oder einfach nur Erinnerungen. Auch bestimmte Gerüche können uns an die Heimat erinnern. In der kalten, eher ungemütlichen Jahreszeit wird Heimat groß geschrieben. Jetzt zählen ein gemütliches Zuhause, Vorfreude auf den ersten Weihnachtsmarktbesuch und gesellige Abende mit Freunden. Doch was ist, wenn man noch jung ist und einen ungeplanten Ortswechsel hinter sich gebracht hat? Dann noch aus der Großstadt in eine kleine Stadt in Bayern. Von Berlin nach Kulmbach. Michelle Bürger kann genau davon ein Lied singen.

Michi, wie sie lieber genannt wird, ist gerade 19 geworden und mit ihrer Familie 2017 von Berlin nach Kulmbach gezogen. Mittlerweile wohnt sie allein. Bei einer Tasse Tee erzählt sie von ihrer Zeit in Berlin. Ihr Blick wird bei dem Wort Berlin immer noch ein Stück weit wehmütig und das bereits scheue Lächeln noch scheuer. Sie wollte ursprünglich in Berlin bleiben, bei ihren Freunden, in ihrem gewohnten Umfeld. Volljährig war sie ja bereits, sie hätte Berlin nicht verlassen müssen.
Michi wirkt auf den ersten Blick sehr sanft, zurückhaltend. Nichts weist sofort auf Berlin hin. Bei Berlin denkt man an eine laute, wuselige Großstadt. Alternativ und rund um die Uhr Trubel.

I´m not a girl, not yet a women

Erst, als Michi anfängt zu erzählen, hört man den Unterschied klar und deutlich. Astreines Hochdeutsch, gepaart mit etwas Berliner (Schnodder-)Schnauze und dem typisch flapsigen Teenager-Wortschatz. Britney Spears „I´m not a girl, not yet a women“ schießt mir plötzlich in den Sinn. Michi ist kein Kind mehr, aber dieser trotzige Ausdruck, wenn sie von den „Bayern” spricht, erinnert dann doch noch sehr an einen Teenie. Auch optisch passt sie mit den schwarzen Röhrenjeans, Sneakers und einem Oversize-Pulli mit Justin-Bieber-Aufdruck genau in ihre Generation.

Erst Umzüge innerhalb Berlins, plötzlich geht es nach Franken

Zögerlich erzählt sie, dass sie schon öfter im Leben mit ihrer Familie umziehen musste. Zwar immer innerhalb Berlins, aber jedes neue Stadtviertel bedeutete auch immer eine neue Schule. „Das war schon schwierig, aber als Kind findet man trotzdem leichter immer wieder Anschluss. Das war jetzt hier in Franken schon anders.“ In Berlin ist jedes Viertel eine eigene kleine Stadt, mit ganz eigenen Gewohnheiten und immer anderen Menschen. Kulmbach mit seinen 25.000 Einwohnern ist dagegen ein beschauliches, kleines Städtchen, in dem es sich gut leben lässt. Für die Jugend jedoch sei wenig geboten, so Michi. Der Entschluss, doch ihrer Familie zu folgen, sei ihr schwer gefallen. Über die genauen Gründe schweigt sie. Sie schweigt grundsätzlich sehr viel. Nicht, weil sie nichts zu erzählen hat, da bin ich mir sicher. Vielleicht haben die vielen Ortwechsel ihr zu schaffen gemacht. Oder sie hat sich jetzt doch an den Kulmbachern orientiert: „Offen sind die Leute hier wirklich nicht“, sagt sie. Aber sie habe sich mittlerweile daran gewöhnt, an Bayern, an Franken, an Kulmbach. Plötzlich wird Michi dann doch noch lebhaft. „Ich wollte anfangs überhaupt nicht nach Bayern, das war ein riesiges No Go! Nenene! Da will ich nicht hin!“ Auf die Frage, was sie vermisse, kommt als erstes der Freundeskreis. Bei genauerem Überlegen fehle ihr aber gar nicht so viel. Es sei mehr das Gefühl „plötzlich herausgerissen zu werden, gerade jetzt in der grauen Jahreszeit fällt das besonders auf“. In Gedanken versunken sieht man Rentner, wie sie versuchen, auf dem neu erbauten EKU-Kreisel in Kulmbach die Parkplatzauffahrt zu finden. Gar nicht so einfach, da sind wir beide uns einig. Ob wir damit nun die schwierige Parkplatz-Situation meinen, oder den Wechsel von Berlin nach Kulmbach bleibt ein wenig im Raum stehen.

Heimat ist mehr als nur ein Ort

Michi aber möchte erst einmal dann doch hier bleiben … Denn Franken ist eben „schon auch sehr schön und schön ruhig.“ Den Großstadt-Lärm vermisse sie nämlich überhaupt nicht. Franken hat viel zu bieten, landschaftlich und menschlich. Man muss nur erst einmal ankommen. Denn Brummeln können Franken genauso gut wie die Berliner. Und Heimat kann so viel mehr als nur ein Ort sein.

 

 

Posted by Judith Hobmaier in Judith Hobmaier, Panorama
Bamberger Sandkerwa

Bamberger Sandkerwa

Die Sandkerwa findet jedes Jahr im August rund um die Bamberger Sandstraße statt. In der Regel dauert sie fünf Tage, zum 60-jährigen Jubiläum 2010 sogar sieben. Jährlich lockt die Sandkerwa etwa 300 000 Besucher an.

Die Geschichte der Sandkerwa

1951 entschloss sich der Bürgerverein Bamberg 4. Distrikt, ein Kirchweihfest um die Elisabethkirche aufzuziehen. Die damalige Begründung: Das Viertel wurde von Kriegseinwirkungen verschont - ein Grund zum Feiern. Die Bamberger nahmen das neue Fest gut an.

Sandkerwa

Die Sandkerwa erfreute sich daraufhin immer größer werdender Beliebtheit. Doch schon 1961 stand sie auf der Kippe. Der Grund: Personalmangel. Einige Wirtshäuser sahen sich nicht in der Lage, Teil der Sandkerwa zu sein. Und auch die Auflagen der Stadt erschwerten das Vorhaben. Doch trotz aller Schwierigkeiten: Die traditionelle Sandkerwa fand statt.

Die "wilde" Sandkerwa 2017

2017 dann der Eklat: Der Bürgerverein entschloss sich, das Fest in diesem Jahr auszusetzen. Grund dafür: „Haftungsrisikos und finanzielle Risiken“, durch die sich der Verein nicht mehr in der Lage sah, die Veranstaltung auszurichten. Doch davon ließen sich die Bamberger nicht abhalten, veranstalteten kurzerhand eine „wilde“ Sandkerwa, organisiert über soziale Netzwerke. Dies untermauert den großen Stellenwert der Sandkerwa unter den Einwohnern der Region.

Posted by LauraSchmidt in Freizeit
Hofer Schlap­pentag

Hofer Schlap­pentag

Der Hofer Schlappentag – oder der Hofer „Nationalfeiertag“, wie er von Einheimischen genannt wird - ist das wohl älteste Zunftfest Deutschlands. Er findet traditionell genau eine Woche nach Pfingstmontag statt. Erkennungsmerkmal ist das extra gebraute Starkbier, das Schlappenbier.

Die Geschichte des Hofer Schlappentags

Die Geschichte dieses Festes geht zurück auf das Jahr 1430. Hussiten stürmen ohne nennenswerten Widerstand Hof. Die Hofer wandten sich daraufhin an den Markgrafen von Brandenburg, der ihnen zehn Jahre Steuerfreiheit gewährte, allerdings unter der Auflage, dass sich die Hofer fortan mit Handfeuerwaffen ausrüsten müssen. So entstand 1432 die Schützengilde; sie rekrutierte hauptsächlich Handwerker. Regelmäßige Übungen waren Pflicht, ansonsten drohte Strafe.

Übung im Schießhäuschen

Um dieser zu entgehen, gingen viele Schützen am letzten Tag des Schießjahres, nämlich dem Montag nach Pfingstmontag, in Arbeitskleidung und Holzschuhen (Schlappen) zum Schießhäuschen. Dafür sprach ihnen der Landesherr Privilegien zu. Auf dieser Tradition basiert der Schlappentag – er geht also zurück auf das Jahr 1432 und ist damit fast 600 Jahre alt.

Alle Jahre wieder

Jedes Jahr folgt der Schlappentag demselben Ablauf: Nach dem Umzug der Schützengilde wird das erste Fass angestochen. Bereits am Tag vor dem eigentlich Fest findet das Schlappenschießen statt, bei dem Personen des öffentlichen Lebens, Handwerker und Schützen ihre Schießkünste unter Beweis stellen müssen. Die drei ersten Plätze dürfen ein Jahr kostenlos auf allen öffentlichen Parkplätzen in Hof parken.

Mehr Infos zum Schlappentag.

Posted by LauraSchmidt in Freizeit
Oberfränkische Küche

Oberfränkische Küche

Die oberfränkische Küche ist weit über die Grenzen des Freistaats Bayern hinaus bekannt. Insbesondere die unglaubliche Fülle an unterschiedlichen Spezialitäten der verschiedenen Regionen ist äußerst bemerkenswert. Viele Lebensmittel werden hier noch regional erzeugt und nach traditionellen Rezepten hergestellt. Die über 10.000 kleinen Familienbetriebe sind das Herzstück der oberfränkischen Küche, denn bei ihnen fängt alles an.

Ob Wurst, Käse, Spargel, Kartoffeln oder auch Fisch - die Oberfranken schätzen die regionale Erzeugung. Viele der traditionellen oberfränkischen Lebensmittel sind eng mit ihrer Geschichte verbunden. Auch Süßspeisen wie Pralinen, Lebkuchen, Krapfen oder Torten werden in Oberfranken in sorgfältiger Handarbeit hergestellt und als leckere Nachspeisen angeboten.

Brotzeitkultur in Oberfranken

Diese regionale Verbundenheit beginnt bei den Bratwürsten, manifestiert sich aber auch in den unzähligen Hausmacherwurstwaren, die den Grundstock für die Brotzeitkultur bilden. Diese Kultur zelebrieren die Oberfranken auch gerne an gemütlichen Sommertagen auf Bierkellern. Besonders beliebt sind hierbei Klassiker wie Ziebeleskäs, blaue Zipfel, Sülze, Zwetschgenbaames, kalter Braten oder Pressack. Ein Großteil der Wurstwaren wird in Oberfranken von Landwirten aus der Region hergestellt und direkt weiterverkauft. Das gilt auch für Käse, Brote und Konfitüre.

Vom Wirtshaus bis zur Sterneküche

Fernab der Brotzeit bietet Oberfranken viele weitere schmackhafte Spezialitäten. Besonders die deftigen Speisen erfreuen sich großer Beliebtheit. Neben knusprigen Schäuferla, Ente, Rinderbraten, Karpfen oder Sauerbraten, zählen auch ausgebackene Holunderblüten, Bierschaum, gesottene Ochsenbrust oder Schnitz zu den oberfränkischen Delikatessen.

Eine Besonderheit der oberfränkischen Küche ist die Schlachtschüssel, eine Platte mit Fleisch, Blut- und Leberwurst. Die Schlachtschüssel gibt es nur zu besonderen Anlässen. Häufig wird in der regionalen Presse darauf hingewiesen.

Köstlichkeiten gibt es in Oberfranken an jeder Ecke. Im urigen Wirtshaus. Auf dem Bierkeller. Im Bierzelt auf rauschenden Festen. Oder auch im Sternerestaurant.

Küchenmeister Sebastian Höhn in Aktion

Interview-Podcast

Wir haben im heimischen Hotel Brauerei Gasthof Höhn mit Küchenmeister und Brauer Sebastian Höhn aus Memmelsdorf über die oberfränkische Küche gesprochen:

Posted by LauraSchmidt in Essen und Trinken, Unser Oberfranken
Bratwurst-Tests in Oberfranken

Bratwurst-Tests in Oberfranken

Wenn man an oberfränkisches Brauchtum denkt, kommt den meisten Menschen sofort eine Sache in den Sinn: Die Bratwurst. In ihrer Vielfalt unübertroffen, ist sie in der Region der Wurstklassiker schlechthin.

Coburger Bratwurst

Ob zum Grillfest, zur Kerwa, ja sogar an Heiligabend – die Bratwurst darf bei einem echten Oberfranken nicht fehlen. Egal ob knackig braun, kurz angebraten oder  „blau“ im Sud: Die Bratwurst gehört auf den oberfränkischen Teller.

Bratwurst-Tests 

Unser Oberfranken hat sich den  Bratwurstmarkt der Region genauer angesehen. Und siehe da: Das Team von Unser Oberfranken ist von der Wurst-Vielfalt begeistert. Egal ob Kulmbacher, Coburger, Bamberger oder Hofer: Des bassd!

Posted by NadineSchobert in Essen und Trinken, Unser Oberfranken
Stärke an­trinken

Stärke an­trinken

Stärke antrinken ist ein alter Brauch, der am 5. oder 6. Januar stattfindet. So gibt es ihn nur in Oberfranken. Dabei trifft man sich in geselliger Runde zum Biertrinken. Mit jedem Bier, so sagt man, trinkt man sich mehr Stärke an. Stärke heißt in diesem Kontext Kraft oder auch Gesundheit. Wieviel Stärke, also wieviel Bier, jeder braucht, bleibt jedem selbst überlassen.

Heidnische Wurzeln

Oft bieten Gaststätten spezielles Starkbier an. Der 6. Januar ist auch als Hochneujahr oder Dreikönigstag bekannt. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass der Brauch des Stärke antrinkens in christlicher Tradition steht. Vielmehr wird er mit der heidnischen Vorstellung der Rauhnächte, in denen Geister und andere böse Mächte umgehen, in Verbindung gebracht. Der Brauch entstand im 18. oder frühen 19. Jahrhundert.

Sind aber alte Bräuche, wie das Stärke antrinken, überhaupt noch aktuell?

Bier
Posted by JessicaSiller in Essen und Trinken, Unser Oberfranken, 0 comments
Oster­brunnen

Oster­brunnen

Der Brauch, an Ostern Brunnen mit bunten Eiern zu schmücken, hat seinen Ursprung in der fränkischen Schweiz. In den Tagen vor Ostern bemalen Vereine, Jugendgruppen oder andere engagierte Freiwillige hunderte von Eiern.

Osterbrunnen

Früher verwendeten sie echte Eierschalen. Teils werden diese heute von bunten Plastikeiern ersetzt, da echte Eier sehr schnell zerbrechen.

Aufwendiger Schmuck

In jedem Dorf wird der öffentliche Brunnen zuerst gereinigt und dann mit Tannenzweigen geschmückt. Diese binden die Leute oft zu einer aufwendigen Krone. Anschließend werden die Zweige mit Girlanden aus bunten Eiern umschlungen. Ein durchschnittlicher Osterbrunnen kann mit bis zu 2000 bemalten Eiern geschmückt sein.

Unklarer Ursprung

Der Ursprung des über 100 Jahre alten Brauchs ist unklar. Oft wird er mit der Wasserknappheit in der Fränkischen Schweiz in Zusammenhang gebracht. Brunnen hatten in dieser Region deshalb einen sehr hohen Stellenwert und bekamen besondere Aufmerksamkeit.

Posted by JessicaSiller in Panorama, 0 comments