Franken

Maske. Falschgeld. Bäckerei. Der dümmste Verbrecher Oberfrankens.

Maske. Falschgeld. Bäckerei. Der dümmste Verbrecher Oberfrankens.

Ein maskierter Mann im Landkreis Forchheim versuchte am Mittwochabend sein Glück in einem Bäckerladen. Statt Geld gegen Brötchen zu tauschen, wollte er lieber etwas anderes eingetauscht haben. Der dreiste Plan ging jedoch nicht ganz zu seinen Gunsten auf.

Nachgestelltes Foto, kein Originalbild

Igensdorf – In einer Bäckerei im Einkaufszentrum in Igensdorf probierte ein maskierter Mann mal eine andere Art Geld zu wechseln aus. Normalerweise würde man dafür in eine Bank gehen. Hoffte der maskierte Mann, in einer Bäckerei würde man die drei einseitig bedruckten 100-Euro-Scheine nicht als Falschgeld erkennen? Zielstrebig sei der Mann gleich hinter die Theke gelaufen und wollte das Geld gewechselt haben. Die braun-graue Sturmhaube, die er sich über das Gesicht gezogen hatte, trug sicherlich nicht zu einem vertrauenserweckenden Eindruck bei. Die Verkäuferin weigerte sich und drohte mit der Polizei. So blieb dem Mann nichts anderes übrig, als unverrichteter Dinge zu flüchten. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb bislang ergebnislos.

Wer kann Angaben zu dem Vorfall machen? Gesucht wird ein Mann, etwa 185 Zentimeter groß und von schlanker Statur. Er trug eine grüne Hose sowie eine grüne Tarnjacke. Sein Gesicht war durch eine braun-graue Sturmmaske verdeckt.

Die Polizei Ebermannstadt bittet unter der Tel.-Nr. 09194/7388-0 um Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen im Bereich des Einkaufsmarktes in der Forchheimer Straße.

 

Posted by Judith Hobmaier in Judith Hobmaier, Panorama
Irrungen und Wirrungen im Kulmbacher Kreisverkehr

Irrungen und Wirrungen im Kulmbacher Kreisverkehr

Brummen, dröhnen, quietschen, hupen – der Kulmbacher Kreisverkehr am neu gebauten Eku-Parkplatz sorgt nicht nur für jede Menge weiteren Lärm, sondern offenbar auch für Verwirrung bei den fahrenden Bürgern. Wir haben uns dieses Phänomen aus den verschiedensten Blickwinkeln angesehen. Einmal als stille Beobachter mit Notizblock und Stift, einmal wortwörtlich von oben und einmal zusammen mit einem Fahrlehrer aus der Autoperspektive.

Groß ist er nicht, der Kreisverkehr, mehr graue Maus als Discokugel. Ist das vielleicht der Grund, wieso  hier Verkehrsverstöße im großen Stil praktiziert werden? Zumindest verhindert der neue Kreisel laut Polizei bisher schwerere Unfälle und Geschwindigkeitsüberschreiten. Vorher muss das wohl beinahe an der Tagesordnung gewesen sein.

Zwei Mittagspausen lang haben wir uns als stille Beobachter ein klein wenig um Leib und Leben gefürchtet – so nah an diesem Kreisverkehr, den niemand ernst nimmt. Stellenweise war ich so irritiert von den skurrilen Verkehrsmanövern, dass ich zwischendurch einen befreundeten Fahrlehrer anrief. Denn zugegeben, meine eigene Fahrausbildung ist schon eine Weile her - und die Unsicherheit war plötzlich groß. Der Häufigkeit der Verstöße nach zu urteilen, zweifelte ich doch langsam sehr an meinen Kenntnissen in diesem Bereich.

Zehn Minuten, 32 Autos, 28 Verkehrsverstöße

32 Autos kreuzten unseren Weg und den des Kreisverkehrs. Sage und schreibe 28 davon begingen einen Verkehrsverstoß, acht davon gleich mehrere. Addiert man den Parkplatz noch hinzu, verließen vier von acht Autos den Parkplatz nicht korrekt. Einer sogar gleich durch die Bäume hindurch.

Die Mittelinsel des Kreisverkehrs überfuhren 15 der 32 Autofahrer, 28 Fahrer ignorierten, dass sie beim Verlassen des Kreisverkehrs laut § 9 Absatz 1 der StVO in einen Abbiegevorgang eintraten und somit hätten blinken (rechts!) müssen.

Besonders kurios wurde es, als Autofahrer den Weg aus dem Parkplatz suchten - und nicht fanden. Ein Fahrzeughalter ignorierte den Kreisverkehr genauso gekonnt wie die vorgegebene Richtung der Ausfahrt. Einmal den Umweg über den Kreisverkehr gespart. Sparfuchs mal anders, bei den Spritpreisen spart man vielleicht jeden Zentimer Fahrt.

Fahrschulauto ohne Schüler

Zu diesem Zeitpunkt konnte man allerdings froh sein, wenn überhaupt Blinker und Kreisverkehr benutzt werden. Schlimmer geht immer, heißt es doch so schön. Eine auf dem Parkplatz arbeitende Landschaftsgärtnerin staunte nicht schlecht, als ein blauer VW Golf den Weg auf die Straße durch die Bäume hindurch suchte. Als dann noch ein rotes Fahrschulauto, bei dem kein Schüler am Steuer saß, ohne Blinken den Kreisverkehr verließ, verließ mich der Glaube an Verkehrsregeln.

Posted by Judith Hobmaier in Judith Hobmaier, Panorama
Mit 18 von Berlin nach Franken – und nun zurück?

Mit 18 von Berlin nach Franken – und nun zurück?

Heimat. Heimat ist mehr als ein Gefühl, Heimat ist ein Ort. Und dieser Ort muss nicht geografisch eingegrenzt sein. Es können die Freunde an diesem Ort sein, die Familie oder einfach nur Erinnerungen. Auch bestimmte Gerüche können uns an die Heimat erinnern. In der kalten, eher ungemütlichen Jahreszeit wird Heimat groß geschrieben. Jetzt zählen ein gemütliches Zuhause, Vorfreude auf den ersten Weihnachtsmarktbesuch und gesellige Abende mit Freunden. Doch was ist, wenn man noch jung ist und einen ungeplanten Ortswechsel hinter sich gebracht hat? Dann noch aus der Großstadt in eine kleine Stadt in Bayern. Von Berlin nach Kulmbach. Michelle Bürger kann genau davon ein Lied singen.

Michi, wie sie lieber genannt wird, ist gerade 19 geworden und mit ihrer Familie 2017 von Berlin nach Kulmbach gezogen. Mittlerweile wohnt sie allein. Bei einer Tasse Tee erzählt sie von ihrer Zeit in Berlin. Ihr Blick wird bei dem Wort Berlin immer noch ein Stück weit wehmütig und das bereits scheue Lächeln noch scheuer. Sie wollte ursprünglich in Berlin bleiben, bei ihren Freunden, in ihrem gewohnten Umfeld. Volljährig war sie ja bereits, sie hätte Berlin nicht verlassen müssen.
Michi wirkt auf den ersten Blick sehr sanft, zurückhaltend. Nichts weist sofort auf Berlin hin. Bei Berlin denkt man an eine laute, wuselige Großstadt. Alternativ und rund um die Uhr Trubel.

I´m not a girl, not yet a women

Erst, als Michi anfängt zu erzählen, hört man den Unterschied klar und deutlich. Astreines Hochdeutsch, gepaart mit etwas Berliner (Schnodder-)Schnauze und dem typisch flapsigen Teenager-Wortschatz. Britney Spears „I´m not a girl, not yet a women“ schießt mir plötzlich in den Sinn. Michi ist kein Kind mehr, aber dieser trotzige Ausdruck, wenn sie von den „Bayern” spricht, erinnert dann doch noch sehr an einen Teenie. Auch optisch passt sie mit den schwarzen Röhrenjeans, Sneakers und einem Oversize-Pulli mit Justin-Bieber-Aufdruck genau in ihre Generation.

Erst Umzüge innerhalb Berlins, plötzlich geht es nach Franken

Zögerlich erzählt sie, dass sie schon öfter im Leben mit ihrer Familie umziehen musste. Zwar immer innerhalb Berlins, aber jedes neue Stadtviertel bedeutete auch immer eine neue Schule. „Das war schon schwierig, aber als Kind findet man trotzdem leichter immer wieder Anschluss. Das war jetzt hier in Franken schon anders.“ In Berlin ist jedes Viertel eine eigene kleine Stadt, mit ganz eigenen Gewohnheiten und immer anderen Menschen. Kulmbach mit seinen 25.000 Einwohnern ist dagegen ein beschauliches, kleines Städtchen, in dem es sich gut leben lässt. Für die Jugend jedoch sei wenig geboten, so Michi. Der Entschluss, doch ihrer Familie zu folgen, sei ihr schwer gefallen. Über die genauen Gründe schweigt sie. Sie schweigt grundsätzlich sehr viel. Nicht, weil sie nichts zu erzählen hat, da bin ich mir sicher. Vielleicht haben die vielen Ortwechsel ihr zu schaffen gemacht. Oder sie hat sich jetzt doch an den Kulmbachern orientiert: „Offen sind die Leute hier wirklich nicht“, sagt sie. Aber sie habe sich mittlerweile daran gewöhnt, an Bayern, an Franken, an Kulmbach. Plötzlich wird Michi dann doch noch lebhaft. „Ich wollte anfangs überhaupt nicht nach Bayern, das war ein riesiges No Go! Nenene! Da will ich nicht hin!“ Auf die Frage, was sie vermisse, kommt als erstes der Freundeskreis. Bei genauerem Überlegen fehle ihr aber gar nicht so viel. Es sei mehr das Gefühl „plötzlich herausgerissen zu werden, gerade jetzt in der grauen Jahreszeit fällt das besonders auf“. In Gedanken versunken sieht man Rentner, wie sie versuchen, auf dem neu erbauten EKU-Kreisel in Kulmbach die Parkplatzauffahrt zu finden. Gar nicht so einfach, da sind wir beide uns einig. Ob wir damit nun die schwierige Parkplatz-Situation meinen, oder den Wechsel von Berlin nach Kulmbach bleibt ein wenig im Raum stehen.

Heimat ist mehr als nur ein Ort

Michi aber möchte erst einmal dann doch hier bleiben … Denn Franken ist eben „schon auch sehr schön und schön ruhig.“ Den Großstadt-Lärm vermisse sie nämlich überhaupt nicht. Franken hat viel zu bieten, landschaftlich und menschlich. Man muss nur erst einmal ankommen. Denn Brummeln können Franken genauso gut wie die Berliner. Und Heimat kann so viel mehr als nur ein Ort sein.

 

 

Posted by Judith Hobmaier in Judith Hobmaier, Panorama
Bamberger Sandkerwa

Bamberger Sandkerwa

Die Sandkerwa findet jedes Jahr im August rund um die Bamberger Sandstraße statt. In der Regel dauert sie fünf Tage, zum 60-jährigen Jubiläum 2010 sogar sieben. Jährlich lockt die Sandkerwa etwa 300 000 Besucher an.

Die Geschichte der Sandkerwa

1951 entschloss sich der Bürgerverein Bamberg 4. Distrikt, ein Kirchweihfest um die Elisabethkirche aufzuziehen. Die damalige Begründung: Das Viertel wurde von Kriegseinwirkungen verschont - ein Grund zum Feiern. Die Bamberger nahmen das neue Fest gut an.

Sandkerwa

Die Sandkerwa erfreute sich daraufhin immer größer werdender Beliebtheit. Doch schon 1961 stand sie auf der Kippe. Der Grund: Personalmangel. Einige Wirtshäuser sahen sich nicht in der Lage, Teil der Sandkerwa zu sein. Und auch die Auflagen der Stadt erschwerten das Vorhaben. Doch trotz aller Schwierigkeiten: Die traditionelle Sandkerwa fand statt.

Die "wilde" Sandkerwa 2017

2017 dann der Eklat: Der Bürgerverein entschloss sich, das Fest in diesem Jahr auszusetzen. Grund dafür: „Haftungsrisikos und finanzielle Risiken“, durch die sich der Verein nicht mehr in der Lage sah, die Veranstaltung auszurichten. Doch davon ließen sich die Bamberger nicht abhalten, veranstalteten kurzerhand eine „wilde“ Sandkerwa, organisiert über soziale Netzwerke. Dies untermauert den großen Stellenwert der Sandkerwa unter den Einwohnern der Region.

Posted by LauraSchmidt in Freizeit
Hofer Schlap­pentag

Hofer Schlap­pentag

Der Hofer Schlappentag – oder der Hofer „Nationalfeiertag“, wie er von Einheimischen genannt wird - ist das wohl älteste Zunftfest Deutschlands. Er findet traditionell genau eine Woche nach Pfingstmontag statt. Erkennungsmerkmal ist das extra gebraute Starkbier, das Schlappenbier.

Die Geschichte des Hofer Schlappentags

Die Geschichte dieses Festes geht zurück auf das Jahr 1430. Hussiten stürmen ohne nennenswerten Widerstand Hof. Die Hofer wandten sich daraufhin an den Markgrafen von Brandenburg, der ihnen zehn Jahre Steuerfreiheit gewährte, allerdings unter der Auflage, dass sich die Hofer fortan mit Handfeuerwaffen ausrüsten müssen. So entstand 1432 die Schützengilde; sie rekrutierte hauptsächlich Handwerker. Regelmäßige Übungen waren Pflicht, ansonsten drohte Strafe.

Übung im Schießhäuschen

Um dieser zu entgehen, gingen viele Schützen am letzten Tag des Schießjahres, nämlich dem Montag nach Pfingstmontag, in Arbeitskleidung und Holzschuhen (Schlappen) zum Schießhäuschen. Dafür sprach ihnen der Landesherr Privilegien zu. Auf dieser Tradition basiert der Schlappentag – er geht also zurück auf das Jahr 1432 und ist damit fast 600 Jahre alt.

Alle Jahre wieder

Jedes Jahr folgt der Schlappentag demselben Ablauf: Nach dem Umzug der Schützengilde wird das erste Fass angestochen. Bereits am Tag vor dem eigentlich Fest findet das Schlappenschießen statt, bei dem Personen des öffentlichen Lebens, Handwerker und Schützen ihre Schießkünste unter Beweis stellen müssen. Die drei ersten Plätze dürfen ein Jahr kostenlos auf allen öffentlichen Parkplätzen in Hof parken.

Mehr Infos zum Schlappentag.

Posted by LauraSchmidt in Freizeit