Freizeit

Bouldern in Oberfranken – vom Randsport zum Trendsport

Bouldern in Oberfranken – vom Randsport zum Trendsport

Wer, wie, was, wann und wo – vom Randsport zum Trendsport innerhalb kürzester Zeit. In Großstädten schießen Boulderhallen wie Pilze aus dem Boden. Doch wie sieht es damit in Oberfranken aus? Klettern in der Fränkischen Schweiz hat eine lange Tradition. Und wie steht´s mit Bouldern?

Doch zuerst klären wir einmal die Frage: Was genau ist Bouldern überhaupt?

Der Unterschied zwischen Bouldern und Klettern:
Klettern funktioniert nur mit Gurt und Seil. Die Höhe kann nahezu beliebig nach oben erweitert werden. Durch einen Partner wird man dabei gesichert.
Bouldern ist eine Form des Kletterns, ohne Sicherung und in Absprunghöhe. Diese Höhe variiert dabei, übersteigt jedoch in der Regel 4,50 Meter nicht.

 

Für wen ist Bouldern geeignet?

Nun, grundsätzlich für alle, die Spaß an abwechslungsreicher Bewegung haben und ein eher ganzheitlich angelegtes Training suchen. Bouldern, das ist Bewegung, die nicht nur den Körper fit hält, sondern auch den Kopf zum Mitdenken anregt. Bouldern, das ist vertikales Rätsellösen mithilfe des eigenen Körpers.
Waren die ersten Boulderhallen noch mehr als Trainingszweck für Kletterer gedacht, entwickelte sich in den letzten Jahren ein regelrechter Hype. Der Vorteil am Bouldern? Zum Spotten kann man jeden in der Halle anquatschen. Man braucht kein Equipment und keinen festen Trainingspartner, sondern kann einfach loslegen. Ist die Höhe mal ein Problem, klettert man einfach eine Traverse - also quer.

Was braucht man zum Bouldern?

Nun, abgesehen von bequemen, dehnbaren Kleidungsstücken eigentlich nichts. Die passenden Schuhe kann man sich üblicherweise zum Testen auch erst einmal ausleihen. Und wer auf den Geschmack gekommen ist, der kauft sich dann sicherlich bald seine eigenen perfekt sitzenden Schuhe.
Kleiner Tipp: Kletterschuhe sollen nicht bequem sein. Wirklich nicht. Die Zehen sind - je nach Kletteranspruch - stärker angewinkelt in den Schuhen (bei den Schuhen nennt man das Vorspann). Lasst euch am besten im Fachgeschäft beraten. Einige Boulderhallen haben einen kleinen Shop mit in der Halle. Denn mit unpassenden Schuhen wird man an der Wand nicht glücklich.

Warum ist Bouldern in Franken so beliebt?

Hier in Oberfranken haben wir die wunderschöne Fränkische Schweiz, ein kleines Paradies für Kletterer – und Boulderbegeisterte. Mehr am Fels als Zuhause – so ist für Kletterfreunde die Fränkische Schweiz die „eigentliche“ Heimat. Und weil es sich, außer für die Hartgesottenen, in der kalten Jahreszeit draußen nicht so schön trainiert, verlagert man die Heimat im Winter einfach vom Fels in die Halle.

Bouldern fördert die Gemeinschaft, man kommt auch in einer neuen Stadt schnell mit Gleichgesinnten ins Gespräch – und findet so schneller Anschluss! Zieht man zum Beispiel von Berlin nach Franken erleichtert so ein Sport den Umzug ungemein.

Gemeinsames Überlegen, wie die Route funktionieren könnte

Wichtig! Immer jemanden zum spotten dabeihaben! Und spotten meint nicht auslachen, sondern sichern 😉 (Für mehr boulder-typische Begriffe einfach weiter nach unten scrollen und nachlesen)

Der Selbsttest bei beiden Boulderhallen

Nach langer Pause habe ich mich dieses Jahr an den Wiedereinstieg gewagt. Kostet immer etwas Überwindung, weil man weiß, was man mal konnte. Und was man vermutlich nicht mehr kann. Aber sobald ich die bunten Griffe erblicke, kann ich nicht anders – und muss grinsen. Mit im Gepäck habe ich einen passionierten Boulderer, Martin, der schon einige Boulderhallen abgeklappert hat. Immer die Kletterschuhe im Gepäck. Seit er seine Heimat von Thüringen nach Oberfranken ins wunderschöne Bamberg verlagert hat, ist er meistens bei den Blockhelden anzufinden. Mal sehen, wie er das Kletterzentrum in Bayreuth findet.

In der Halle ...

 

In der Blockhelden Boulderhalle Bamberg ...

... staune ich, wie schön groß und übersichtlich alles ist. Auf zwei Ebenen kann man sich hier austoben, sogar einen extra abgeteilten Kinderbereich gibt es. Die Routen sind einfach zu erkennen, die Farbe der Griffe gibt hier den Schwierigkeitsgrad an. Somit fällt mir die Orientierung ziemlich leicht. Umkleiden und Toiletten sind ebenfalls vorhanden - im selben Gebäude. Warum ich das extra erwähne? Lest einfach mal weiter.

 

Im DAV-Zentrum Bayreuth ...

… stehe ich erst einmal ratlos vor den geschraubten Routen. Eine Route ist die Strecke, die ich vertikal zurücklegen muss. Oder sollte. Müssen tut man hier ja gar nichts. Außer im Zweifel irgendwie wiede

r runterkommen. Ich bin von den Farben und den sich überschneidenden Routen ziemlich verwirrt. Normalerweise klettere ich im unteren bis mittleren Level. In der DAV-Halle in Bayreuth versuche ich mich an den zweitleichtest

en Routen - und scheitere gnadenlos. Eine umgeknickte Hand später werfe ich frustriert das Handtuch. Als ich dann die Toiletten aufsuchen will, muss ich durch ein Drehkreuz ins Nachbargebäude. Und komme nicht zurück. Zumindest nicht auf diesem Wege. So stehe ich als frierend draußen in der Kälte und muss durch den Haupteingang zurück. Nicht schön. Würde ja behaupten, uncool. Aber es war schon sehr kühl.

Und wie sieht ein leidenschaftlicher Boulderer die beiden Hallen?

 

Alle Infos, wie Öffnungszeiten, Preise und Zusatzangeboten wie Yoga, findet ihr natürlichen auf der entsprechenden Homepage:

Blockhelden Bamberg

DAV Kletterzentrum Bayreuth

Kleine Boulder-Kunde, die wichtigsten Begriffe für Newbies:

Chalkbag - Ein Chalkbag ist der Kreidebeutel, den viele Kletterer immer dabeihaben. Mit "eingestaubten" Händen rutscht man weniger von den Griffen ab. Dafür werden die Hände anfangs auch schneller wund.

Hooken - wird meist als Kurzform für Foothook benutzt. Das bedeutet, man hakt sich mit der Ferse an einem Griff ein, um seine Position zu stabilisieren oder sich vor dem nächsten Zug auszuruhen.

Sloper - Griffe, die keine Vertiefungen haben, in denen man sich festhalten kann. Das Halten funktioniert rein über Kraft udn Reibung.

Farbe - anhand der Farben erkennt man den Schwierigkeitsgrad der Route. Je nach Halle muss man sich an Griff-Farben orientieren oder an den farbigen Markierungen an den Startgriffen.

Spotten - Spotten heißt, dass einer unten aufpasst, während sein Trainingspartner klettert. So kann im Falle eines Sturzes der Spotter darauf achten, dass der Kletterer nicht auf den Kopf stürzt und/oder sich größere Verletzungen zuzieht.

Traverse - Traverese bezeichnet waagerechtes Klettern, sprich: man klettert quer. Prima zum Ausdauertraining, oder wenn einem die Höhe mal einfach zuviel ist.

Nicht hoch, aber knifflig: Traverse

Weitere Möglichkeiten in Oberfranken zu bouldern:

https://www.magnesia-klettern.de/ in Forchheim

http://wellundfit-bayreuth.de/klettern/bouldern/ in Bayreuth

https://www.boulderia.de/ in Neunkirchen am Brand

Posted by Judith Hobmaier in Freizeit, Judith Hobmaier
Bamberger Sandkerwa

Bamberger Sandkerwa

Die Sandkerwa findet jedes Jahr im August rund um die Bamberger Sandstraße statt. In der Regel dauert sie fünf Tage, zum 60-jährigen Jubiläum 2010 sogar sieben. Jährlich lockt die Sandkerwa etwa 300 000 Besucher an.

Die Geschichte der Sandkerwa

1951 entschloss sich der Bürgerverein Bamberg 4. Distrikt, ein Kirchweihfest um die Elisabethkirche aufzuziehen. Die damalige Begründung: Das Viertel wurde von Kriegseinwirkungen verschont - ein Grund zum Feiern. Die Bamberger nahmen das neue Fest gut an.

Sandkerwa

Die Sandkerwa erfreute sich daraufhin immer größer werdender Beliebtheit. Doch schon 1961 stand sie auf der Kippe. Der Grund: Personalmangel. Einige Wirtshäuser sahen sich nicht in der Lage, Teil der Sandkerwa zu sein. Und auch die Auflagen der Stadt erschwerten das Vorhaben. Doch trotz aller Schwierigkeiten: Die traditionelle Sandkerwa fand statt.

Die "wilde" Sandkerwa 2017

2017 dann der Eklat: Der Bürgerverein entschloss sich, das Fest in diesem Jahr auszusetzen. Grund dafür: „Haftungsrisikos und finanzielle Risiken“, durch die sich der Verein nicht mehr in der Lage sah, die Veranstaltung auszurichten. Doch davon ließen sich die Bamberger nicht abhalten, veranstalteten kurzerhand eine „wilde“ Sandkerwa, organisiert über soziale Netzwerke. Dies untermauert den großen Stellenwert der Sandkerwa unter den Einwohnern der Region.

Posted by LauraSchmidt in Freizeit
Hofer Schlap­pentag

Hofer Schlap­pentag

Der Hofer Schlappentag – oder der Hofer „Nationalfeiertag“, wie er von Einheimischen genannt wird - ist das wohl älteste Zunftfest Deutschlands. Er findet traditionell genau eine Woche nach Pfingstmontag statt. Erkennungsmerkmal ist das extra gebraute Starkbier, das Schlappenbier.

Die Geschichte des Hofer Schlappentags

Die Geschichte dieses Festes geht zurück auf das Jahr 1430. Hussiten stürmen ohne nennenswerten Widerstand Hof. Die Hofer wandten sich daraufhin an den Markgrafen von Brandenburg, der ihnen zehn Jahre Steuerfreiheit gewährte, allerdings unter der Auflage, dass sich die Hofer fortan mit Handfeuerwaffen ausrüsten müssen. So entstand 1432 die Schützengilde; sie rekrutierte hauptsächlich Handwerker. Regelmäßige Übungen waren Pflicht, ansonsten drohte Strafe.

Übung im Schießhäuschen

Um dieser zu entgehen, gingen viele Schützen am letzten Tag des Schießjahres, nämlich dem Montag nach Pfingstmontag, in Arbeitskleidung und Holzschuhen (Schlappen) zum Schießhäuschen. Dafür sprach ihnen der Landesherr Privilegien zu. Auf dieser Tradition basiert der Schlappentag – er geht also zurück auf das Jahr 1432 und ist damit fast 600 Jahre alt.

Alle Jahre wieder

Jedes Jahr folgt der Schlappentag demselben Ablauf: Nach dem Umzug der Schützengilde wird das erste Fass angestochen. Bereits am Tag vor dem eigentlich Fest findet das Schlappenschießen statt, bei dem Personen des öffentlichen Lebens, Handwerker und Schützen ihre Schießkünste unter Beweis stellen müssen. Die drei ersten Plätze dürfen ein Jahr kostenlos auf allen öffentlichen Parkplätzen in Hof parken.

Mehr Infos zum Schlappentag.

Posted by LauraSchmidt in Freizeit